Allen gerecht werden?

Es gibt einfach Dinge, die Du nicht schaffst. Sei Dein Wille, Dein Gefühl, Dein Tun auch noch so stark, ehrenwert und ambitioniert.

Jedem zu gefallen, zum Beispiel.
Aber wer will das schon?

Oder einmal alle, wirklich alle (!) Dinge auf Deiner To Do-Liste abgehakt haben.
Illusorisch!

Mit allen einer Meinung sein
– um Gottes willen!

Und doch versuchst Du immer wieder, alles Mögliche zu schaffen. Irgendwie.

Selbst noch mit dem Kopf unter dem Arm, obwohl Du längst weißt, dass Dir eine Auszeit viel besser stehen würde. Aber jetzt aufgeben? Niemals.

Nicht von Deinem Vorhaben und erst recht nicht von Deinem Anspruch an Dich selbst.
Und erst die Außenwirkung!

Dabei ist der einzige Mensch, dem Du je gerecht werden solltest, Du selbst.

Was bringt es Dir, Erwartungen (anderer) zu erfüllen, die Dich auszehren? Weshalb an einem Thema festhalten, nur weil Du Unterstützung erfahren hast, mittlerweile aber gar nicht mehr dahinter stehst? Warum etwas tun, wozu Du gar keine Kraft mehr hast?

„Den Anforderungen des Lebens gerecht werden heißt auch,
kompromissbereit sein
.“

Dieter Gropp

Ich würde auch gerne jeden Tag hier meinen Beitrag schreiben. Weil ich es gerne tu, weil es mir Freude bereitet und weil es mir gut geht, beim Schreiben.

Momentan ist es aber zeitlich einfach nicht zu schaffen.

Das tut mir selbst leid, manchmal tu ich mir dabei sogar ein bißchen leid, denn mir fehlt dafür die Muße und gleichzeitig die Stille, die beim Schreiben herrscht.

Und doch gibt es derweil etwas, dessen Umsetzung mehr Aufmerksamkeit und Zeit fordert als ich zur Verfügung habe und nutzen kann. Da kommt der Kompromiss gerade recht: Schreiben, wenn ich es für mich brauche oder wenn ein wenig Luft im Alltag herrscht.

Allen gerecht werden kann ich damit nicht, das weiß ich. Mir aber schon, jedenfalls im Moment.

Sieh doch nur

Die Farben des Herbstes. Eine Augenweide. Streicheleinheiten für die Seele. Obwohl es draußen nieselt. Ganz zart nur. Doch ganz langsam lässt sich die Sonne hinter dem Wolkenband erahnen – auch wenn Du sie nicht sehen kannst.

Dafür die Blätter, die der Herbst den Bäumen abtrotzt und die nun im Wind tanzen und ihre Reise aufnehmen.

Und eine Katze, vielleicht auch ein Kater, die auf Nachbars Grundstück umherschleicht, während das Rotkehlchen im Gras sich auf die rettende Weinranke emporschwingt.

Wunderschön!

Was entdeckst Du noch alles um Dich herum? Was lohnt es zu betrachten, zu bestaunen, zu bewundern?

Du meinst, Du kennst eh schon alles. Dann halte bewusst inne.

“Wir haben verlernt, die Augen auf etwas ruhen zu lassen,
deshalb erkennen wir so wenig.

Jean Gino

Was nimmst Du den Tag über wirklich wahr? Was erkennst, was siehst Du?

Erinnerst Du Dich am Abend noch an die Kleidung Deiner Kollegen?
Wie war der Mittagstisch dekoriert, wie die Beilagen auf Deinem Teller angerichtet?
An wie vielen Gärten bist Du auf Deinem Weg vorbeigekommen? Welchen lohnt es sich, noch einmal ganz in Ruhe anzusehen?

Bist Du Dir der vielfältigen und oft unwiederholbaren Bilder bewusst? Schaffst Du es, Dir die schönsten zu merken? Sie vielleicht für trübe Zeiten abzuspeichern und dann hervorzuholen?

Richte Deinen Blick heute vorsätzlich und absichtlich auf das, was Dir vor die Augen kommt und was Du an Schönem mitnehmen darfst. Du wirst erstaunt sein, was Du alles (neues) entdecken kannst.

Offenbarung

Wann hast Du Dich entschieden -bewusst oder unbewusst- Dich mehr auf das Gewohnte zu verlassen, als Deinen Träumen zu folgen?

Erinnerst Du Dich? Dein Wortschatz kannte kein ‚alternativlos‘, ‚unmöglich‘ oder jede Form von ‚zu …‘ (zu jung, zu unerfahren, zu unsicher)! Im Gegenteil: Je ambitionierter ein Ziel scheint, desto eher hat es Dich gelockt und motiviert.

‚Risiko‘ war für Dich kein Begriff für Unsicherheit, sondern eine herzliche Einladung, das zu tun, was Du tun möchtest und immer noch einen Schritt weiter zu gehen. Mindestens.

Weshalb hast Du mit diesem Denken aufgehört?

Weil Du nicht mehr loslassen möchtest, was Du glaubst endlos festhalten zu können? Weil Du den Komfort, den Du Dir durch den aufgebauten Lebensstil leisten kannst, lieber gar nicht erst in Frage stellst?
Weil Du Deine Werte schön flexibel den Gegebenheiten anpasst, anstatt andersrum?
Oder wird Dir erst jetzt bewusst, dass Du immer öfter „auf Nummer Sicher“ gehst, anstatt Deinem Bauchgefühl zu folgen?

Das sagt Dir nämlich schon lange, dass die Komfortzone sehr wohl einen Ausgang hat und Langeweile und Lethargie nicht unweigerlich Einzug halten müssen.

Aber…!

Ja, die vielen Aber’s, die schon ganz selbstverständlich auftauchen und Dir den Elan rauben. Die Kraft für all das, was Du planst, tun möchtest, von dem Du träumst – das Du aber nach all Deinen Plänen und Vorbereitungen noch immer nicht angegangen bist.

„Das Verlangen nach Sicherheit bringt Trägheit hervor,
es macht das Geist-Herz unflexibel und dumpf,
es verhindert, dass wir offen für die Wirklichkeit sind.
Die Wahrheit offenbart sich nur in großer Unsicherheit.

Jiddu Krishnamurti

Warte nicht, bis Du so weit bist, dass Du gar nicht mehr anders kannst, als den Notausgang zu wählen und packe lieber jetzt an, was Dich bewegt.

Denn wer, außer Dir selbst, hindert Dich daran?

 

Deine bunte Welt

Persönlichkeit. Individualität. Authentizität. Starke Worte mit kraftvollen Aussagen. Kannst Du sie spüren?

Und wie wohl fühlst Du Dich in Deiner Haut? Wie viel von dem, was Du bist, lebst Du aus? Schräge Klamotten? Unkonventioneller Arbeitsstil? Außergewöhnliches Hobby?

Was tust oder unterlässt Du, um zufrieden mit Dir selbst und Deinem Leben zu sein? Magst Du Dich so, wie Du bist? Akzeptierst Du auch Deine Schwächen? Übernimmst Du die volle Verantwortung für Dein Sein?

Fremde Federn stehen Dir nämlich nicht! Und etwas so zu tun, wie andere es tun oder es überhaupt zu machen, weil es alle so machen: Wie sehr musst Du Dich dann verbiegen, nur um zu gefallen? Den Anderen!

Aber was ist mit Dir?

Es bringt nichts, wenn Du Dich verstellst oder vorgibst, ein anderer zu sein. Im Gegenteil: es macht Druck und bereitet Angst, vor allem aber wirst Du Dich unwohl fühlen, weil es ständig irgendwo zwickt.

Vielleicht empfindest Du es ja eine Zeit lang bequemer mit dem Strom zu schwimmen, doch wie schaffst Du es dann Deine Ideen zu unterdrücken? Deine Kraft einzudämmen? Dich bei Diskussionen zurück- oder ganz rauszuhalten? Vermisst Du nicht all die Querdenker, die Neues erst möglich machen?

Wie grau wird Dein Alltag, wenn Geschmacksache nur noch Einheitsbrei ist und es kein buntes Durcheinander mehr gibt?

„Die Vielfalt der Unterschiede freudig zu akzeptieren,
darin liegt der wahre Reichtum.

Tschuang Tse

Wäre es nicht ein Verlust, wenn Alles und Alle gleich wären? Halte deshalb fest an Deinem Anders-Sein oder trau Dich endlich, Deinen Gefühlen mehr zu folgen, als es Dein Kopf zulassen möchte.

Mach alles, was Du tust, auf Deine besondere Art. Lebe Deine Persönlichkeit, lass los, was Dir im Weg steht oder Du nicht ändern kannst und wende Dich den Menschen und Aufgaben zu, die Dich inspirieren und Dich so sein lassen, wie Du bist.

Steh mutig zu Dir als Original, denn um liebenswert und glücklich zu sein, musst Du nicht perfekt, sonder nur Du selbst sein 😉

Du hast die Wahl – immer!

Ein herrlicher Tagesbeginn mit strahlend blauem Himmel und einer Sonne, die vom Himmel lacht und einen mitreißt.

Was hast Du heute gewählt?

Einen gemütlichen Einstieg in die neue Woche oder eher das BisaufdenletztenDrückerschlafenunddannzurArbeithetzen-Programm?
Du allein gibst den Takt vor.

Wie oft ist Dir das wirklich bewusst? Du wählst – und zwar immer! Jeden einzelnen Tag, ganz gleich, ob Du dies bewusst oder unbewusst tust: Wie Du Dich kleidest, was Du (beruflich) tust, wohin Du gehst, mit wem Du Deine Zeit verbringst.

All das ist anderswo nicht selbstverständlich und darf daher nicht als Komfortzone gesehen werden, die zu würdigen es nicht bedarf. Es ist eben kein Anrecht, das hingenommen werden sollte, ohne dessen Wert zu schätzen. Ohne dankbar dafür zu sein.

Es gibt so vieles, für das Du dankbar sein darfst, ja kannst! Entscheide Dich daher nach Deinem Herzen und Deinen Werten. Auch jetzt, nach der Wahl. Gerade jetzt, nach der Wahl. Denn genau jetzt ist der wichtigste Zeitpunkt Dir bewusst zu machen, wie Du auf andere zugehen möchtest.

„Es ist eine Sache, eine Wahl treffen zu müssen,
aber eine ganz andere, nie eine Wahl gehabt zu haben.

Buchzitat von Ally Condie aus: Die Auswahl

brennendes Verlangen

Träumen ist wundervoll, denn Träume bringen Dich Deinem Herzen näher und sie lassen Dich aufhorchen, ja deutlich erkennen, was Dir wirklich wichtig ist.

Du kannst es fühlen, vielleicht sogar deutlich ’sehen‘: Was Du begehrst, wo Du mit Dir im Einklang bist und auch, wo es zwickt.

Wenn Du ehrlich mit Dir bist. Wenn Du zulässt, dass sich Deine innere Stimme äußern darf – auch laut, rebellisch und fordernd!

Denn Dein brennendes Verlangen zeigt Dir, was Du tun, wer Du sein möchtest.
Frage Dich, warum Du es noch nicht tust, weshalb Du es noch nicht bist. Wie viel Authentizität willst, ja kannst Du zulassen?

Und dann? Dann solltest Du es angehen. Nicht nur in der Illusion, sondern auch in der Realität. Mit einem Ziel, mit einem Plan, mit kleinen Schritten oder auch ganz großen. Mit Deinem Herzen, auf jeden Fall aber mit Deinen Taten!

Spürst Du, wie es Dich beflügelt? Dir Kraft und Zuversicht schenkt und selbst kleinste Erfolge Dich motivieren? Weil Du weißt, dass Du Dein Vorhaben erfolgreich umsetzen wirst. Woher? Nun, Du er-lebst Deinen Traum.

Stolpersteine oder Rückschläge lassen Dich zwar innehalten und bringen Dich vielleicht auch zu der ein oder anderen Kurskorrektur, aber dieses Erfahren und Lernen auf dem Weg ist genau das, was Lebendigkeit mit sich bringt, was Dich wachsen lässt.

Es ist noch ein gutes Stück bis zu Deinem angestrebten Endergebnis? Genieße den Weg und bleibe dran. Denn dranbleiben, dass musst Du wollen – und es auch tun.

Die Zukunft will kreiert werden. Mit Deinen Träumen, Gedanken, Handlungen.
Wofür brennst Du?

„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen,
sondern möglich machen.

Antoine de Saint-Exupéry

Kopf in den Wolken

Mit Träumen beginnt die Realität.“

Daniel Goeudevert

Dieses Zitat ist ein Freibrief zum Phantasieren. Ist das nicht herrlich?

Denn nur wenn Du nicht ausschließlich rational, sondern voller Leidenschaft und Enthusiasmus Deinen Ideen folgst, wirst Du Deine großen Träume auch umsetzen.

Dann hast Du die Möglichkeit Lösungsansätze und Umsetzungswege für Dein großes Ziel zu finden, auf die Du mit sachlicher Überlegung sicher nie gekommen wärst.
Oder zumindest nicht so schnell.

Für Deine Luftschlösser brauchst Du noch nicht einmal eine Baugenehmigung. Keiner kann sie Dir nehmen. Alles ist möglich! Und Freiheit beginnt immer im Kopf. Was spricht also dagegen, ab und an einmal so richtig unvernünftig herum zu spinnen?

Richtig! Rein gar nichts!

Wenn Dir also das nächste Mal jemand ein „Du spinnst wohl!?“ an den Kopf wirft, dann kannst Du ganz entspannt antworten: „Ja, und das sehr gerne!“

Hör mal

Bereits 300 Jahre vor Christi Geburt war sich Zenon von Kition über Folgendes im Klaren:

Die Natur hat uns nur einen Mund, aber zwei Ohren gegeben,
was daraufhin deutet, dass wir weniger sprechen und mehr zuhören sollen.“

Ein ambitioniertes Vorhaben in unserer lauten und schnellen Welt, in der ein Jeder meint sich mit immer wilderen Äußerungen Gehör verschaffen zu müssen.

Aber wer hört noch hin? Was nutzt das Äußern und Tönen, wenn keiner mehr aufhorcht?

Ganz im Ernst: Hast Du heute Morgen nach dem Aufstehen Deinen Kindern zugehört, was sie heute Nacht geträumt haben? Deinem Partner gelauscht, welche Aufgabe er heute bewältigen muss oder möchte? Bist Du immer aufmerksam „dabei“ wenn Kollegen und Freunde sprechen, sich äußern? Bekommst Du wirklich mit, was um Dich herum gesagt wird?

Oder neigst Du eher dazu, selbst das Wort zu übernehmen, das Gespräch zu führen? Vielleicht bist Du aber auch eher der Moderator, der das Gespräch leitet und es sogar schafft, allen Parteien Gehör zu schenken?

Nutze die kommenden Tage einmal zum bewussten Zurückfahren Deiner Wortmaschinerie und höre stattdessen hin, wenn Dir jemand Vertrauen entgegenbringt, indem er seinen Unmut äußert. Höre zu, wenn sich Mitmenschen für Deine Leistungen bedanken und nimm dies auch an. Schenke einem Mitarbeiter Deine Aufmerksamkeit, wenn er sein Herz ausschütten möchte und sich bei Dir Gehör verspricht.

Lausche darüber hinaus auch einmal ganz bewusst in die Stille hinein und Du wirst Dich glücklich schätzen, dem Lautstärkepegel um Dich herum einmal entkommen zu sein.

Probiere es aus und höre ganz genau hin.

Erfolg

Was machst Du aus Deinem Erfolg? Oder er mit Dir?
Wie wirst Du überhaupt erfolgreich? Wie genau geht das mit dem Weg zum Erfolg?
Was bedeutet für Dich ganz persönlich „Erfolg haben“ oder „erfolgreich sein“?

Für mich gehören folgende Begriffe unbedingt dazu:

Erreichen
Riskieren
Fühlen
Orientierung
Liebe
Gelassenheit

Kannst Du Dir selbst diese Fragen beantworten:
Wie stimmst Du Dich auf den Erfolg ein, welche Risiken bist Du bereit einzugehen?
Machst Du detaillierte Pläne oder lässt Du es fließen, gerade so, wie es kommt?
Was dient Dir als Wegweiser? Wie sehen Deine Motivatoren aus?
Setzt Du Deine Aufgaben mit Hingabe um und bleibst auch bei kleinen oder größeren Umwegen oder Verzögerungen gelassen?
Kannst Du schon fühlen, wie es sein wird, wenn Du es geschafft hast?

Ganz viele Fragen, die es lohnt, sie näher zu betrachten, weil Erfolg immer das ist, was folgt.

Jeder von uns definiert ja seinen ganz persönlichen Erfolg anders, denn unsere Träume und Ziele sind je nach Alter, Gemütslage oder Vergangenheit ganz unterschiedlich:

– Eine neue Wohnung finden
– Das große Projekt termingerecht abschließen
– Deinen ‚inneren Schweinehund‘ besiegen und Dein Sportprogramm regelmäßig durchziehen
– Dich selbstständig machen oder den Job wechseln

Vielleicht blickst Du aber auch ganz frisch und voller Stolz auf Deine Leistung?
Wie genau sieht sie aus? Wie fühlst Du Dich damit? Was macht dieses wunderbare Ergebnis mit Dir?

Schenkst Du Dir die verdiente Anerkennung? Feierst Du Dein Gelingen oder genießt Du Deine Leistung mit einem stillen Lächeln?

Mit dem Erfolg ist es meiner Meinung nach wie mit dem Geld:

Erfolg verändert den Menschen nicht.
Er entlarvt ihn.

Max Frisch

So, wie Du mit Erfolg umgehst, zeigt allen, wie Du bist. Ob Du auch im Freudentaumel aufrecht bleibst und bei Höhenflügen dennoch mit beiden Füßen auf dem Boden der Tatsachen bleibst.

Erfolg kann nach außen riesengroß und mächtig wirken und sich doch ganz klein anfühlen. Genauso kann aber eine persönliche Errungenschaft für Außenstehende ‚ganz selbstverständlich‘ sein, in Dir aber eine unbändige Freude auslösen, die Dir das pure Grinsen ins Gesicht treibt.

In diesem Glücksgefühl solltest Du schwelgen und Dich dann neuen Herausforderungen stellen, ganz ohne das aus den Augen zu verlieren, was Du bewerkstelligt hast, aber auch ohne den Fehler zu machen, Dich auf Dauer auf den berühmten Lorbeeren auszuruhen…

Ich wünsch‘ Dir viel Erfolg!

 

Vor der eigenen Tür

Ich glaube im Badischen heißt es Kehrwoche. Bei uns fragt man auf hessisch: „Schonn die Gass‘ gekehrt?“ Ja, auch hier gibt’s das: Nachbarn, die pünktlich jeden Samstagmorgen die Straße fegen.

Allerdings nur die gegenüber. Bei uns auf der Seite wird nämlich geparkt. Da geht’s mit dem Saubermachen in der Regel nur unter der Woche, wenn alle unterwegs sind. Wie herrlich unkompliziert.

Ich bin da sowieso pragmatisch: Wenn frei ist und ich Zeit und Lust habe. Punkt. Wen das bei mir stört, dem drücke ich, je nach Bedarf, gerne Schipp & Besen oder Schrubber & Lappen in die Hand. 🙂

Wie hältst Du es mit der Sauberkeit? Dem Trottoir, der Schmutzwäsche, dem Geschirr und Deinem Kopf? Jagst Du jeder Wollmaus hinterher oder gibst Du ihr Namen? Beseitigst Du die Flecken an Fenstern und Türen sobald sie entstanden sind oder hast Du Dein individuelles Putzprogramm?

Aber selbst wenn Du wöchentlich den Staubwedel schwingst und die Böden wienerst: Wie oft erlaubst Du Dir auch inwendig das Großreinemachen? Den Frühjahrsputz im Inneren, dort, wo man nicht hinsehen kann. Gedanken lüften, zum Beispiel.

Ist es Dir wichtiger mit Dir selbst „im Reinen“ zu sein oder lenkst Du Deine Aufmerksamkeit eher auf die sichtbaren Flusen? Womöglich noch auf das „Was könnten die Nachbarn denken, sagen etc.?“

Es ist toll, wenn frisch gesaugt, abgestaubt und gewischt ist, aber all der Glanz in der Hütte überträgt sich nicht auf Dein Wohlbefinden. Nur äußerlich.

Vielleicht fängst Du ja beim nächsten Mal mit dem inneren Saubermachen an? Das klappt sehr gut in der Natur, beim Sport oder ganz in der Stille.

Lass einfach alles raus, was da nicht (mehr) hingehört und nimm Dir ein Beispiel an der Lotusblume, die all das an sich abperlen lässt, was nicht förderlich für sie ist. Dann geht die nächste Reinigung auch viel entspannter von der Hand!

Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist,
für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.

Kurt Tucholsky