Lektionen… in Sachen Glück

Hector hat sich auf den Weg gemacht.

Um zu suchen. Etwas, dass viele von uns ebenfalls zu finden hoffen – oder längst (er)leben: In den täglichen Kleinigkeiten zum Beispiel.

Auf seiner Reise begegnet er den unterschiedlichsten Menschen. Und so wie sie, hast auch sicher Du Deine eigene Definition von Glück.

Aber vielleicht bist Du ja auch noch auf der Suche? Dann kannst Du seine Erkenntnisse auch als Inspiration nutzen 🙂

  1. Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen
  2. Glück kommt oft überraschend
  3. Viele Leute sehen ihr Glück nur in der Zukunft
  4. Viele Leute denken, dass Glück bedeutet, reicher oder mächtiger zu sein
  5. Manchmal bedeutet Glück, etwas nicht zu begreifen
  6. Glück, das ist eine gute Wanderung inmitten schöner unbekannter Berge
  7. Es ist ein Irrtum zu glauben, Glück wäre das Ziel
  8. Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt
  9. Glück ist, wenn es der Familie an nichts mangelt
  10. Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt
  11. Glück ist, wenn man ein Haus und einen Garten hat
  12. Glück ist schwieriger in einem Land, das von schlechten Leuten regiert wird
  13. Glück ist, wenn man spürt, das man den anderen nützlich ist
  14. Glück ist, wenn man dafür geliebt wird, wie man eben ist
  15. Glück ist, wenn man sich rundum lebendig fühlt
  16. Glück ist, wenn man richtig feiert
  17. Glück ist, wenn man an das Glück der Leute denkt, die man liebt
  18. Glück ist, wenn man der Meinung anderer nicht so viel Bedeutung beimisst
  19. Sonne und Meer sind ein Glück für alle Menschen
  20. Glück ist eine Sichtweise auf die Dinge
  21. Rivalität ist ein schlimmes Gift für das Glück
  22. Frauen achten mehr auf das Glück der anderen als Männer
  23. Bedeutet Glück, dass man sich um das Glück der anderen kümmert?

aus: Hectors Reise, von Francois Lelord

Für mich bedeutet Glück auch immer das unerwartet Überraschende. Gestern waren es die zarten Sonnenstrahlen, die sich nach einem kräftigen Schutt von oben doch noch zwischen den Bäumen haben sehen lassen.

Orientierung

Unzählige Wege gehst Du im Laufe Deines Daseins: Die geraden, die ansteigenden, die weichen und die steinigen.

Ob Feldweg, Allee oder Sackgasse. Ob Zieleinlauf, Umkehr oder Abzweig.
Du kannst promenieren, wandern oder eilen. Alleine, zu zweit oder in der Gruppe.

Wie das Ziel bis ins kleinste Detail aussieht ist beim Losgehen immer offen. Ob Du es wirklich erreichst bleibt bis zuletzt Deine Hoffnung, die Erlebnisse unterwegs aber kann Dir keiner nehmen. Und jedes einzelne davon ist ein wertvolles Geschenk.

Um dies jedoch zu erleben, ist allein wichtig, dass Du losgehst. Deinen Träumen folgst, Deinen Visionen überhaupt die Möglichkeit gibst, Realität zu werden.

Auch wenn Wünsche sich nicht immer sofort erfüllen lassen, sich eine vermeintliche Abkürzung als Umweg entpuppt und sich Deine Erfahrungsschatzkiste schneller füllt, als Dir lieb ist: Keine einzelne Verzögerung ist vertane Zeit. Mitnichten. Oft erfährst Du gerade auf Abwegen die größte Bereicherung…

Lass Dich deshalb auf Deiner Lebensstraße auch nicht von Baustellen entmutigen. Denn Dein Weg führt zum Ziel.

“Wenn man auf ein Ziel zugeht, ist es äußerst wichtig, auf den Weg zu achten.
Denn der Weg lehrt uns am besten, ans Ziel zu gelangen, und er bereichert uns, während wir ihn zurücklegen.

Paulo Coelho aus ‚Auf dem Jakobsweg‘

Stille

Ich sitze jetzt hier am Vormittag in einem wunderschönen Garten. Die Sonne scheint und außer Vogelgezwitscher und dem Wind in den Bäumen ist nichts zu hören.

Das Pferd gegenüber auf der Koppel grast gemütlich, ohne Eile, ganz entspannt. Mein Hund liegt im Gras, wälzt sich ab und an und genießt die warmen Sonnenstrahlen auf seinem Fell.

Die Wespe, die gerade in meine Teetasse gefallen ist, habe ich wieder befreit. Eine Meise versucht, das verstreute Futter vom Dach des Vogelhauses zu picken.

Es ist so unwirklich friedlich, dass ich das Gefühl habe, gleich die 7 Zwerge hier im Garten begrüßen zu können – den Garten des Fairy Cottage, in dem sie überhaupt nicht auffallen würden…

Wie sagt man so schön: Ein Tag wie aus dem Bilderbuch.

Einzig am Himmel zeigen sich ein paar kleine Wolken, die ihre Formen ständig verändern und schneller vorbeiziehen, als es zur Ruhe hier passt.

Und diese Ruhe überträgt sich auch auf mich. Kein Gefühl von ‘ich müsste’ oder ‘ich sollte noch’, stattdessen habe ich entschieden, heute nicht mehr umher zu fahren und mir irgend etwas anzusehen.

Diesen wunderbar warmen Herbsttag werde ich hier im Garten genießen und mich überraschen lassen, was der Tag wohl bringen mag. Was ich noch entdecken werde. Vielleicht auch ein bischen lesen. Oder einfach nur auf diese wunderschöne Landschaft schauen. Mal sehen.

Ich habe ja Zeit. Zeit! Eines der kostbaren Güter, das heute niemand mehr wirklich zu haben scheint. Denn während uns all die hochgelobten technischen Erungenschaften den Alltag erleichtern und uns Arbeit abnehmen sollen, ist es doch in Wirklichkeit so, dass wir uns immer mehr hetzen. Von Termin zu Termin und das Ganze von Morgens bis Abends.

Stille ist dabei auch etwas, das verlorengegangen scheint. Autofahrer hupen, sobald man bei Grün nicht schon über der Ampel ist, im Supermarkt dudelt unaufhaltsam irgendein aktueller Popsong und am Samstagvormittag tun Rasenmäher und Laubbläser (für meinen Geschmack übrigens eines der Top Ten unnützen Erfindungen unserer Tage!) ihr übriges.

Hier höre ich ab und an eine Kuh muhen, das Pferd wiehert vielleicht mal und mein Hund bellt, wenn sich jemand dem Gartentor nähert, was hier höchst selten der Fall ist. Stille-Garantie sozusagen.

Erst recht in der Nacht. Da wird der Garten von einem Sternenzelt überdeckt, das aussieht, als hätte es jemand handgestickt und es ist absolut NICHTS zu hören.

Jetzt allerdings freue ich mich über den Wind, der in den Bäumen singt und den Hahn, der zwar spät, aber doch aus vollem Halse kräht.

Wann hast Du Dir das letzte Mal einen so stillen Tag gegönnt?

garten-rhauderfehn