Ankommen

Ankommen.

Auch so ein schönes Wort. Es verspricht Behaglichkeit. Eine Pause. Das Ende Deiner Suche. Die Erreichung Deines Ziels. Das Freuen und Feiern über das Getane.

Vielleicht bist Du einen freudigen Weg gegangen, vielleicht auch einen mühsamen. Du hattest Unterstützer oder hast Dich alleine durchgekämpft. Du warst mutig, neugierig, entschlossen, verrückt.

Aber immerhin hast Du Dich aufgemacht.

So wie die Gründe für Deinen Aufbruch unterschiedlich sind, sind es auch Deine Stationen unterwegs oder die Aufgaben oder die Begegnungen, die Du meisterst und erlebst.

Und dann ist es soweit.

Du glaubst es kaum.

Geschafft!

Du bist angekommen! Wahrhaftig.

Das wohlige Gefühl von Erleichterung oder Befriedigung stellt sich ein.

Doch dann geht es weiter, denn Ankommen bedeutet auch immer etwas Neues beginnen:

Du hast ihn endlich, Deinen Traumjob. Jetzt musst Du Dich aber auch all den neuen Gegebenheiten und Herausforderungen stellen.

Der Miet- oder Kaufvertrag für das neue Haus oder die Wohnung ist unterschrieben. Jetzt steht die Umzugsplanung und der Umzug selbst vor der Tür.

Du hast den ersten Platz im Wettkampf erreicht. Jetzt heißt es weiter trainieren, um den Status zu halten, wenn nicht noch zu überbieten.

Ankommen ist wundervoll. Aber die Reise dorthin solltest Du ebenso bewusst erleben und genießen.

“Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.

Johann Wolfgang von Goethe

Denn Ankommen heißt, Dich für Anderes zu rüsten. Auch Vergangenes loszulassen. Dankbar sein für das was war und ist, aber auch für die Chancen, die vor Dir liegen. Freudig zu erwarten, was nun auf Dich zukommt.

Ankommen heißt beenden und beginnen. Dein Wohlgefühl solltest Du Dir bei jedem Deiner Schritte aber immer beibehalten.

 

Sieh doch nur

Die Farben des Herbstes. Eine Augenweide. Streicheleinheiten für die Seele. Obwohl es draußen nieselt. Ganz zart nur. Doch ganz langsam lässt sich die Sonne hinter dem Wolkenband erahnen – auch wenn Du sie nicht sehen kannst.

Dafür die Blätter, die der Herbst den Bäumen abtrotzt und die nun im Wind tanzen und ihre Reise aufnehmen.

Und eine Katze, vielleicht auch ein Kater, die auf Nachbars Grundstück umherschleicht, während das Rotkehlchen im Gras sich auf die rettende Weinranke emporschwingt.

Wunderschön!

Was entdeckst Du noch alles um Dich herum? Was lohnt es zu betrachten, zu bestaunen, zu bewundern?

Du meinst, Du kennst eh schon alles. Dann halte bewusst inne.

“Wir haben verlernt, die Augen auf etwas ruhen zu lassen,
deshalb erkennen wir so wenig.

Jean Gino

Was nimmst Du den Tag über wirklich wahr? Was erkennst, was siehst Du?

Erinnerst Du Dich am Abend noch an die Kleidung Deiner Kollegen?
Wie war der Mittagstisch dekoriert, wie die Beilagen auf Deinem Teller angerichtet?
An wie vielen Gärten bist Du auf Deinem Weg vorbeigekommen? Welchen lohnt es sich, noch einmal ganz in Ruhe anzusehen?

Bist Du Dir der vielfältigen und oft unwiederholbaren Bilder bewusst? Schaffst Du es, Dir die schönsten zu merken? Sie vielleicht für trübe Zeiten abzuspeichern und dann hervorzuholen?

Richte Deinen Blick heute vorsätzlich und absichtlich auf das, was Dir vor die Augen kommt und was Du an Schönem mitnehmen darfst. Du wirst erstaunt sein, was Du alles (neues) entdecken kannst.

Offenbarung

Wann hast Du Dich entschieden -bewusst oder unbewusst- Dich mehr auf das Gewohnte zu verlassen, als Deinen Träumen zu folgen?

Erinnerst Du Dich? Dein Wortschatz kannte kein ‚alternativlos‘, ‚unmöglich‘ oder jede Form von ‚zu …‘ (zu jung, zu unerfahren, zu unsicher)! Im Gegenteil: Je ambitionierter ein Ziel scheint, desto eher hat es Dich gelockt und motiviert.

‚Risiko‘ war für Dich kein Begriff für Unsicherheit, sondern eine herzliche Einladung, das zu tun, was Du tun möchtest und immer noch einen Schritt weiter zu gehen. Mindestens.

Weshalb hast Du mit diesem Denken aufgehört?

Weil Du nicht mehr loslassen möchtest, was Du glaubst endlos festhalten zu können? Weil Du den Komfort, den Du Dir durch den aufgebauten Lebensstil leisten kannst, lieber gar nicht erst in Frage stellst?
Weil Du Deine Werte schön flexibel den Gegebenheiten anpasst, anstatt andersrum?
Oder wird Dir erst jetzt bewusst, dass Du immer öfter „auf Nummer Sicher“ gehst, anstatt Deinem Bauchgefühl zu folgen?

Das sagt Dir nämlich schon lange, dass die Komfortzone sehr wohl einen Ausgang hat und Langeweile und Lethargie nicht unweigerlich Einzug halten müssen.

Aber…!

Ja, die vielen Aber’s, die schon ganz selbstverständlich auftauchen und Dir den Elan rauben. Die Kraft für all das, was Du planst, tun möchtest, von dem Du träumst – das Du aber nach all Deinen Plänen und Vorbereitungen noch immer nicht angegangen bist.

„Das Verlangen nach Sicherheit bringt Trägheit hervor,
es macht das Geist-Herz unflexibel und dumpf,
es verhindert, dass wir offen für die Wirklichkeit sind.
Die Wahrheit offenbart sich nur in großer Unsicherheit.

Jiddu Krishnamurti

Warte nicht, bis Du so weit bist, dass Du gar nicht mehr anders kannst, als den Notausgang zu wählen und packe lieber jetzt an, was Dich bewegt.

Denn wer, außer Dir selbst, hindert Dich daran?

 

Augenblicke

Wie schön wäre es, alle kostbaren, fröhlichen, schönen Momente festhalten zu können?
Und die unschönen, tragischen, schmerzvollen?

Ja, die würdest Du Dir oft gerne ersparen. Ausblenden. Die Zeit zurückdrehen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Jede Medaille hat zwei Seiten und das Gegenteil aller Dinge ist doch gerade Deine Möglichkeit, all das für Dich Wertvolle schätzen zu können.

Ob es das Wetter, Deine Gesundheit, die Beförderung oder der blühende Garten ist. Es gibt auch den Hagel, die Erkältung, die Arbeit und das Unkraut zupfen. Immer ist das Eine nötig, damit sich das Andere zeigen darf.

Gerade deshalb ist es sinnvoll, dass Du zu jedem Zeitpunkt präsent bist. Achtsam wahrnimmst und annimmst, was sich Dir zeigt. Damit Du das Gute genießen und das weniger Schöne dankbar loslassen kannst.

Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz,
auf den die ganze Vergangenheit nur vorbereitete,
ansehen und genießen,
das würde Leben heißen!

Christian Friedrich Hebbel

purer Genuss

Ja, gut, die meisten denken bei ‚Genuss‘ an ein gutes Essen, den Theaterbesuch oder den lange herbeigesehnten Urlaub. Etwas Großes, dass es zu verdienen gilt und für das Anstrengung nötig ist. Du auch?

Dabei gibt es zu jeder (Tages)Zeit mehrmals die Chance zum wahren Genießen:

  • der Wind in Deinen Haaren
  • das Begrüßungsritual Deines Haustiers
  • der Duft des frisch aufgebrühten Kaffees
  • einfach mal die Füße hochlegen
  • ein freundlicher Plausch
  • das frisch bezogene Bett
  • der Anruf eines Freundes
  • Vogelgezwitscher am Morgen
  • die Sonne auf Deiner Haut
  • das Lächeln, das Dir ein Unbekannter schenkt
  • eine überraschende Nachricht
  • das Aroma, das Dich an Deine Kindheit erinnert
  • ein Schaumbad
  • der Blick Deines Liebsten
  • das Feierabendbier nach getaner Gartenarbeit
  • die Stimmung bei Kerzenschein
  • der Abend auf der Terrasse

Es braucht gar nicht viel, um den Augenblick auszukosten – und die kleinen Momente sind oft so viel mehr wert, als das große Ziel. Denn auch den Weg dorthin solltest Du voller Freude wahrnehmen.

Sei einfach achtsam mit dem, was Dir geschenkt wird und Du kannst dankbar annehmen… und genießen.

„Die meisten Menschen jagen so sehr dem Genuss nach,
dass sie an ihm vorbeilaufen.

Soren Kierkegaard

 

 

P.S. Das Häppchen auf dem Foto war ein kleiner, aber sehr feiner Genuss-Moment im schönen Zeeland. Unvergessen!

Unbezahlbar

„Für Ehrfurcht vor dem Leben können wir uns nichts kaufen.
Alles, was gut und unbezahlbar ist, bekommen wir als Geschenk.

Else Pannek

In der Tat sind es die kostenlosen Dinge und Eindrücke, die uns glücklich machen und die ein so intensives Gefühl in uns auslösen, sodass wir davon zehren:

Liebe
Einfühlungsvermögen
ein Lächeln
der Duft von frisch gebackenem Kuchen
Träume
eine Umarmung
Freundschaft
Achtung
Vertrauen
endlich Regen nach einem heißen Sommertag
Ruhe
Ausgeglichenheit
in alten Fotoalben blättern
Zeit
Tanzen
Aufmerksamkeit
Respekt
Zuhören

Welche Stichworte fallen Dir noch ein? Und welche davon verschenkst Du am liebsten? Oder welche davon erlebst Du ganz intensiv?

 

Dann und wann

Gelegentlich musst und darfst! Du einfach mal etwas tun, dass Deine Seele streichelt. Was weder messbar noch zielorientiert ist. Einfach nur, weil es Dir gut tut und Freude bereitet.

Was genau möchtest Du schon so lange gerne „mal wieder“ tun? Sei es, dass es Dich an Deine Kindheit erinnert oder Du einfach ein wohliges Gefühl damit verbindest. Mal ganz davon abgesehen, dass solche kleine Fluchten wahre Energielieferanten sind.

Fallen Dir nun spontan ein paar dieser Glücksinseln ein? Dann notiere sie Dir, damit sie sich nicht gleich wieder verflüchtigen. Schreib sie am besten direkt in Deinen Kalender und setze sie nach und nach in den nächsten Tagen und Wochen auch um.

Denn wann hast Du das letzte Mal

  • Muscheln oder Steine gesammelt
  • einen Wildblumenstrauß gepflückt
  • im Heu gelegen und den ziehenden Wolken nachgesehen
  • in der Sonne gedöst
  • etwas gebastelt
  • einen Spaziergang ganz ohne Ziel unternommen
  • Marienkäfer, Hummeln oder Schmetterlinge beobachtet
  • ein Picknick veranstaltet
  • Limonade oder Likör selbst hergestellt
  • Luftballons aufgepustet
  • mit Kreide auf der Straße gemalt
  • Federball gespielt

 

Vielleicht magst Du gleich heute anfangen?

„Nicht die großartigen, sondern die banalen Dinge enthalten das, was weiterführt.

Anselm Kiefer 

Glück ist

“Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert,
Vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen,
Glück ist bunte Blumenpracht,
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Regen, wenn es heiß ist,
Glück ist Sonne nach dem Guss,
Glück ist, wenn ein Kind ein Eis isst,
Glück ist auch ein lieber Gruß.

Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
Glück ist weißer Meeresstrand,
Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
Glück ist einen Freundes Hand.

Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist Spaß in froher Runde,
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut.

Clemens von Brentano

Siehst Du, wie viele verschiedene Auslöser Glücksgefühle in Dir entzünden können?

Sicher kannst Du noch unzählig weitere hinzufügen… Achte heute einmal ganz bewusst auf die Möglichkeiten, die sich Dir bieten.

Glückseligkeit

Wie oft denkst Du daran, was Dir noch alles zum Glücklichsein fehlt?
Nein, fang jetzt bitte nicht an, aufzuzählen, was wäre, wenn…

Es gibt kein Rundum-sorglos-Paket für`s Glück. Du kannst es Dir nicht online bestellen.

Du hast alles in Dir, es selbst zu erschaffen. Indem Du Dich dazu entschließt! Und Du kannst die wunderbaren Augenblicke sammeln, die Dir täglich widerfahren.

Was löst der intensive Geruch frischer Erdbeeren in Dir aus?
Was empfindest Du, wenn Du ein Baby oder einen Welpen siehst?
Wie fühlst Du Dich, wenn Dir an einem heißen Sommertag ein kühler Windhauch durchs Gesicht fährt?

Weißt Du, was ich meine? Jeden Tag erlebst Du Momente wie diese. In unterschiedlicher Stärke und manchmal auch etwas versteckt. Sei bereit, damit Du all das auch empfangen kannst.

“Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen,
sondern in ganz feinen Kleinigkeiten,
aus denen wir unser Leben zurechtzimmern.

Carmen Sylva

Gib dem Glück die Chance Dir zu begegnen und sorge auch selbst dafür, dass Du zufriedener wirst.

Lausche auf Deine innere Stimme und folge ihr. Sag ja zu dem, was Du wirklich willst und nein zu allem, was Dir nicht (mehr) genügt. Im Kleinen wie im Großen.

Augen auf

Hast Du heute Morgen beim Aufwachen die ersten Sonnenstrahlen wahrgenommen?
Hat Dich im Bad ein gute-Laune-Gesicht mit strahlenden Augen begrüßt?
Haben Dir die Aromen des ersten Kaffees oder Tees eine Gaumenfreude beschert?

Hast Du eines dieser drei Geschenke bewusst wahrgenommen?

Wie viele schöne Augenblicke wurden Dir allein vom Wach werden bis zur Ankunft auf Deiner Arbeitsstelle präsentiert? Sind sie Dir überhaupt aufgefallen?

Nicht allein die großen Begebenheiten, wie der lange Sommerurlaub oder die neue Couch sollten ein Glücksgefühl in Dir auslösen.

Vielmehr sind es die „Kleinigkeiten“, die Dir unzählige bemerkenswerte Momente darbieten. Diese gilt es täglich achtsam wahrzunehmen und zu genießen.

Deshalb: Sei aufmerksam, damit Dir keine dieser Freuden entgeht.

Wie viele Freuden werden zertreten,
weil die Menschen meist nur in die Höhe gucken und
was zu ihren Füßen liegt, nicht achten.“

Katharina Elisabeth Goethe