Wahrnehmung

Auf einem Spaziergang war es. Erst kürzlich. Mit meinen beiden Hunden war ich im Wald unterwegs, als mir ein Wanderer entgegenkam. Als er auf unserer Höhe des Weges angelangt war, blieb er stehen, grüßte, musterte meine Beiden und fragte: „Entschuldigung, darf ich fragen, welche Rasse das ist?“ „Mischlinge. Husky-Schäfer-Mixe.“ antwortete ich, worauf er nickte und sagte: „Ja, natürlich, jetzt, wo Sie es sagen. Sieht man den beiden ja eigentlich sofort an.“ Wir verabschiedeten uns, wünschten einen schönen Tag und gingen unserer Wege.

Keine halbe Stunde verging, als wir auf ein älteres Paar stießen, ebenfalls mit Hund. Auch wir kamen ins Gespräch und einer der beiden fragte: „Was sind das denn für welche?“ Wieder sagte ich: „Mischlinge, Husky und Schäferhund.“ Worauf die Dame im Brustton der Überzeugung entgegnete: „Also bei dem Großen ist das ja eindeutig, aber der Kleinen sieht man das ja überhaupt nicht an!“

Was sollte ich darauf antworten? Ich lächelte.

Aber just in diesem Moment wurde mir klar, dass es sich mit Ansichten und Wahrheiten ganz genauso verhält. Scheinbar Offensichtliches zeigt sich Dir anders als mir.

Du siehst am Rosenbusch die Dornen, ich die Blüten. Du liebst den Sommer, ich den Frühling. All das, was aus vielerlei Gründen oder Erfahrungen für Dich mit positiven Gefühlen behaftet ist, löst bei mir vielleicht negative aus.

Allein deshalb sollten wir kein Urteil fällen für das, was uns oft verleitet, ganz aus Gewohnheit die Schubladen zu öffnen und Menschen oder deren Meinung direkt dort einzusortieren. Wir wissen das, aber vielleicht müssen wir es uns auch immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Denn nur jeder Einzelne für sich ist in der Lage, seinen Teil des Bildes oder der Geschichte zu beurteilen, ganz gleich, wie augenscheinlich er sich darstellen mag.

Denn Augen haben und Betrachten ist nicht dasselbe.

Augustinus Aurelius

Aufgewacht

Was lehrt Dich das Gestern? Welche Einsichten gewinnst Du heute?
Kostbares Wissen, aufheiternde Einsichten oder bittere Erfahrungen?

Die schönen Episoden solltest Du sehr gut bewahren, Dich ihrer erinnern und sie hüten wie einen kostbaren Schatz, der Dir Kraft gibt, wann immer Du sie benötigst.

Was die unerquicklichen Erlebnisse angeht, prüfe deren Essenz. Schau sie Dir achtsam an und interpretiere nicht mehr in eine Sache, als sie Dir zu vermitteln versucht.

Verliere Dich nicht im Kummer. Hänge nicht unerfüllten Träumen nach. Gib nicht auf, weil Du etwas (noch) nicht erreicht oder gar verloren hast.

Lass Raum für Deine Traurigkeit, gestehe Deinen Tränen ihr Fließen zu und schenk Dir selbst eine ordentliche Portion Mitgefühl für das Erlebte. Geh bewusst durch den Schmerz. Aber dann wach auf!

Mach Dir die vergangenen Ereignisse erneut zum Geschenk, in dem Du ihre Lektionen Dein Wachstum nutzt. Denn Stärke wird Dir meist durch die schwierigen Zeiten zuteil. Sei ihnen deshalb dankbar und betrachte sie als Gewinn, anstatt Dich ihrer dauerhaft zu verschließen.

„Wir sollten darauf achten, einer Erfahrung nur so viel Weisheit zu entnehmen, wie in ihr steckt – mehr nicht;
damit wir nicht der Katze gleichen, die sich auf eine heiße Herdplatte setzte.
Sie setzt sich nie wieder auf eine heiße Herdplatte – und das ist richtig;
aber sie setzt sich auch nie wieder auf eine kalte…
 

Mark Twain

Die 12 Lebensprinzipien der Shaolin

Ganz wundervolle Richtlinien, denen wir nicht nur Beachtung schenken, sondern sie auch umsetzen sollten…

Chantao's Blog

  1. Lebe im Hier und Jetzt ohne den Moment zu bewerten.
  2. Nur durch Achtsamkeit kommt die Einsicht in andere und in dich selbst.
  3. Tue Dinge ganz oder lasse sie sein.
  4. Begierde macht dich berechenbar, verletzbar und erpressbar.
  5. Lasse dich nie zu einer Handlung hinreißen.
  6. Besiege Eile mit Langsamkeit.
  7. Nur durch Nachahmung kannst du andere besser einschätzen.
  8. Schaffe Gelegenheiten und warte auf sie, um sie für dich, aber gegen deine Feinde zu verwenden.
  9. Wenn du nachgibst läßt du die Energie deines Gegners ins Leere laufen.
  10. Wahre Überlegenheit ist die Kunst, kampflos zu siegen.
  11. Löse dich von übernommenen Meinungen und prüfe deine eigenen stets aufs Neue.
  12. Alles was du bist und was du wirst, liegt nur an dir selbst.

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Ruhe vor dem Sturm

Kribbeln, Unruhe, auf dem Sprung Kennst Du dieses Gefühl, das nichts mehr passt? Sich nichts mehr richtig anfühlt?

Nicht erst seit heute oder gestern. Nein, in Dir tobt es schon eine ganze Weile. Bislang hast Du es immer verdrängt, als Spinnerei abgetan. In Wirklichkeit fühlst Du Dich in Deinem alten Leben aber schon lange nicht mehr wohl und das innere Rufen wird immer lauter: Du willst ausbrechen, endlich ‚richtig‘ leben.

Das was Du heute tust, willst Du anders machen.

Oder etwas ganz Anderes machen.

Manchmal musst Du einfach Konventionen durchbrechen, um Dich wieder lebendig zu fühlen, Deine Kreativität anzuregen.

Aber wie wird Dein Partner reagieren, was werden Deine Familie, Freunde, Kollegen sagen?

Vielleicht sind sie nicht begeistert, aber es geht nun um Dich!

Wie oft erfüllst Du die Erwartungen anderer anstatt Dich Deinem eigenen Befinden zu widmen? Verharrst in der Bequemlichkeit der ungeliebten, aber so gewohnten Verbindungen, weil Du mit einer Veränderung anderen vor den Kopf stoßen könntest.

Lass zu, dass sich Dein Herz gegen Deinen Kopf durchsetzt, wenn Du dieses ganz bestimmte Gefühl hast, dass es Zeit ist und die innere Stimme unüberhörbar wird.

“Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg,
der nur dahin führt,
wo andere bereits gegangen sind.

Alexander Graham Bell

Verhalte Dich so, wie Du leben, wie Du sein möchtest. Veränderungen halten lebendig, denn alles ist Veränderung.

Und vielleicht sind die Reaktionen Deiner Umwelt ja weniger laut als Du glaubst. Und wenn doch: Pfeif einfach mal drauf und spüre nur, wie Du Dich dabei fühlst.

Hoffnungen

Und ich habe mich so gefreut!“
sagst Du vorwurfsvoll, wenn Dir eine Hoffnung zerstört wurde.
Du hast Dich gefreut – ist das nichts?

Marie von Ebner-Eschenbach

Alles fängt mit Deinen Erwartungen an. Die Erwartungen an den Partner, an den Urlaub, der etwas ganz Besonderes werden soll, an das Familienfest, an den ganz großen Auftrag.

Und all das ist begleitet von Deinen Hoffnungen, dass alles gut wird, auch wenn es gerade kriselt. Dass sich die Entspannung einstellen wird, obwohl für die komplette Woche Regen vorhergesagt wurde. Dass das Fest unvergesslich wird, auch wenn nicht alle Eingeladenen dabei sein können. Und natürlich dass die Unterschrift kommt, die wir so dringend zur Zielerreichung benötigen.

Du fieberst dem Tag X und Deinem Ziel entgegen und freust Dich auf das, was da kommt.

Kommen mag.

Unbedingt kommen soll!

Aber das Gewünschte tritt nicht ein – im Gegenteil.

Deine Erwartungen werden enttäuscht und Du fühlst Dich Deiner Hoffnungen beraubt. Alles umsonst?

Natürlich sind dies keine Gründe, in Euphorie zu verfallen. Aber alles nur noch grau oder gar Schwarzsehen?

Denke doch einmal an die Zeit davor: Hat Dich das Kribbeln des spannenden Wartens nicht herrlich beflügelt? Die Vorfreude gar Stunden oder Tage beseelt und mit einem Strahlen ausgestattet? Hast Du eben dieses Gefühl nicht intensiv genossen?

Jetzt aber bist Du traurig, vielleicht sogar wütend, ohnmächtig. Die Freude ist dahin. Umsonst war diese Erfahrung jedoch nicht. Es liegt nun an Dir, wie Du damit umgehst!

Mach Dir bewusst, was Du zum Ergebnis beigetragen hast. Sowohl im Positiven als auch im Negativen. Was hast Du alles unternommen? Was vielleicht vergessen? Wo hast Du Dich eingebracht? Wo zu viel erwartet?

Auch wenn Du Dein Ziel nicht erreicht hast, Du hast auf dem Weg viel Freude erlebt, gelernt, erfahren. Grund genug, Deine Energie nun nicht in Ärger zu verwandeln.

Nutze sie, um den Blick nach vorne zu richten, die Ärmel hochzukrempeln und weiter zu machen. Werde aktiv! Konzentriere Dich auf das Jetzt, denn das Geschehene kannst Du nicht ungeschehen machen.

Gib Dein Bestes, freue Dich auf das nächste Ergebnis und den Weg dorthin und stelle keine zu hohen Erwartungen. Die Vorfreude darfst Du jedoch in jedem Fall genießen.

Gelassenheits-Alphabet

Wenn ich aus dem Takt gerate, hilft es mir zu schreiben. Meistens jedenfalls.

Einen Brief oder eine Karte an einen lieben Menschen. Die Einkaufsliste oder einfach alles, was mir gerade so im Kopf herumgeistert. Dann ist es da wenigstens raus. Ganz praktisch. Vor allem aber greifbar.

Wann immer die Konzentration und Sammlung aber gar nicht so recht klappen will, hilft auf jeden Fall eine ABC-Liste unter einem bestimmten Motto: Für jeden Buchstaben suche ich einen Begriff, der zur Überschrift passt. Sammeln und sortieren beruhigt.

Heute ist Gelassenheit das Thema… oder vielmehr deren Abwesenheit. Welche Bilder fallen mir dazu ein? Was würde jetzt helfen? Was verbinde ich damit? Wie hole ich es mir wieder, das Gefühl von Gelassenheit? Hier ist mein Ergebnis:

Annehmen
Bewusstheit
Chancen nutzen
D
ankbar sein
E
infachheit
F
rieden
Gegenwart
H
erz
I
ntuition
J
etzt
Klarheit
L
iebe(n)
M
editation
N
atur
O
rientierung
Papperlapapp
Q
ualität
Regeneration
S
tille
Tun
Ü
berblick
V
ertrauen
Wunder
Zeit

 

Spätestens, wenn die Liste fertig ist, bin ich wieder ‚in der Spur‘. Probier es doch auch einmal aus.

 „Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.“

Marie von Ebner-Eschenbach

Verräter!

“Zweifel sind Verräter,
sie rauben uns, was wir gewinnen können,
wenn wir nur einen Versuch wagen.“

William Shakespeare

Wie oft lässt Du Dich von Deinem  inneren Kritiker überrumpeln? Diese Stimme, die Dir zuflüstert: „Das kannst Du nicht, das schaffst Du nie?“

Du brauchst nämlich gar keine anderen Zeitgenossen, die Dich runterziehen.

Nein, das bekommst Du schon ganz alleine hin.

Und zwar gründlich.

Dabei kannst Du, wenn Du nicht beginnst, gar nicht gewinnen. Ja, Du hast gar keine Möglichkeit, ans Ziel zu kommen und den Jackpot zu erwischen.

Ob Kinderstube oder Erfahrung: Lass das nächste Mal Dein Herz reden und vertraue auf das, worauf Du Dich verlassen kannst: Deine Fähigkeiten und Talente, Deine Willenskraft und Dein Durchhaltevermögen.

Dein Herz hat immer recht… und den kleinen Verräter in Deinem Innersten, der Dich versucht in Schieflage zu bringen, den schickst Du am besten in Urlaub.

Du weißt doch: Wer nicht wagt… Also, ran ans Werk.

Misslungen?

Nicht immer läuft das Leben so, wie Du es geplant hast.

Manchmal tauchen Hindernisse vor Dir auf, Du erleidest Rückschläge oder fällst mit Anlauf auf die Nase.

Misslingen bedeutet aber nicht, dass Du gescheitert bist.

Entscheidend ist jetzt, wie Du nach solch einem Reinfall agierst!

Gibst Du auf und ziehst Dich zurück, akzeptierst Du die Situation oder sagst Du: „Jetzt erst recht!“

“Auch eine Enttäuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist,
bedeutet einen Schritt vorwärts.“

Max Planck

Denk daran, wenn Du das nächste Mal einen Fehlschlag erleidest!

Bleib am Ball und lerne aus dem Erfahrenen.

Du hast einen Weg kennengelernt, wie es nicht geht. Viele andere sind aber noch offen und möglich! Und sie fordern Dich auf, weiterzumachen.

Es ist Deine Entscheidung!

 

Ätsch!

Stell Dir einmal folgendes vor: Du hast gerade ein Projekt abgeschlossen, ein Bild zu Ende gemalt oder Deine Wohnung fertig renoviert.

Fühlst Du es? Dieses zufriedene, euphorische, ja berauschende Gefühl, wenn Du siehst, was Du geleistet hast? Ja! Das ist es.

Und dann kommt ein Zeitgenosse der besonderen Art dazu und sagt mit diesem süffisanten Unterton: „DAS hätte ich Dir gar nicht zugetraut!“

Lass Dir damit weder die Laune vermiesen noch zu irgendeiner Bemerkung hinreißen. Grinse in Dich hinein und denke an den folgenden Spruch:

 

„Ab und zu sollten wir auch jene, die nichts Gutes an uns finden, maßlos enttäuschen.

Ernst Ferstl

 

Na, wie fühlt sich das an?

Hör nicht auf das, was andere sagen, sondern vertraue auf Dein Empfinden, Dein Talent und Deinen Willen.

 

Meine Zeit gehört mir

Es ist schon erstaunlich: Wir sind umgeben von jeder Menge technischer Errungenschaften, die uns die Arbeit, den Haushalt und jedweden Aufwand erleichtern sollen: Haushaltsgeräte, Maschinen, Computer – aber wir haben immer weniger Zeit!
Wo bleibt da die Achtsamkeit?

Dazu kommt noch die Informationsflut, die uns täglich überschwemmt. Und sogar in der Freizeit müssen wir uns beeilen. „Ich wollte schnell noch…“ Muss das sein?

Hetzt Du auch täglich von Termin zu Termin? Nimmst Dir viel vor und schaffst nicht mal die Hälfte dessen, was auf Deinem Zettel steht? Fühlst Du Dich trotz moderner Unterstützung immer „auf dem Sprung“? (siehe Bild…)

Streiche einmal die Hälfte aller Aufgaben eines Tages aus Deinem Kalender und schau, wie weit Du kommst, was Du realistisch erledigen kannst.

Sag Termine ab, wenn Du nur aus falsch verstandenem Pflichtgefühl oder Gewohnheit, anstatt mit dem Herzen handelst.

Plane jeden – wirklich jeden(!) – Tag mindestens eine halbe Stunde nur für Dich ein.

Unmöglich? Nein, durchaus machbar, denn es ist Deine Entscheidung, wie Du Deine Zeit verbringst:

„Zeit haben heißt wissen, wofür man Zeit haben will und wofür nicht.

Emil Oesch

 

Dazu gehört übrigens auch das Handy einmal auszuschalten und auch eine PC-Pause einzulegen.

Wie wäre es mit einem schönen Taschenkalender? Ja, das ist so ein altmodisches Ding aus Papier mit einem schönen Einband, in das Du von Hand hineinschreibst. Du kannst es überall mit hin nehmen und es funktioniert ganz ohne Strom und Netz 😉

Vielleicht schaffst Du es ja, achtsamer mit Deinen Einträgen, und damit Deiner zur Verfügung stehenden Zeit, umzugehen.

Termine einfach mal per Klick hin- und her zu schieben ist dann nämlich nicht mehr so einfach. Du wirst viel aufmerksamer in Deiner Planung sein. Probier es doch mal aus.

So, ich muss jetzt mal in meinen Kalender schauen…