Erkenntnisse auf dem Weg zum Minimalismus

Genau ein Monat ist es nun her, dass ich mein begonnenes Experiment, mich von der Hälfte meiner Habseligkeiten zu trennen offiziell kundgetan habe.

Abgesehen davon, dass bereits vieles den Weg hinausgefunden hat, stellen sich neben überraschenden Erkenntnisse auch viele Vorteile ein:

  • Es braucht seine Zeit, wirklich alles durchzusehen und zu erfühlen, ob es notwendig, nützlich oder auch Freude spendend ist…
  • Je emotional behängter ein Gegenstand ist, desto schwerer fällt der Abschied – aber umso befreiender ist das Gefühl nach dem endgültigen Gehenlassen!
  • Das ‚System‘ des Loslassens ist bei mir auf jeden Fall Tagesform abhängig: Mal ist es eine Gruppe von Dingen, wie z.B. Geschirr, mal ein bestimmter Bereich. Gestern beispielsweise der Schreibtisch mit seinen drei großen Schubladen.
  • Dranbleiben ist wichtig: Selbst wenn es nur zehn Minuten am Tag sind. Erst Recht, wenn ich nicht wirklich Lust dazu habe. Dann stell ich einfach die Eieruhr und lege los. Bin ich dann erst einmal dran, kann es auch eine Stunde werden.
    Hilft übrigens auch beim Saubermachen…
  • Konsequent sein: Beurteilen, Aussortieren und sofort verpacken oder wegbringen
  • Die immer wiederkehrende Frage: Wieso habe ich eigentlich so viele Töpfe, Klamotten, Taschen & Schnickschnack, wenn ich mir derer gar nicht (mehr) bewusst bin, weil ich ja eh immer dieselben Sachen nutze?
  • Freie Fensterbänke und weniger volle Schubladen oder Schrankfächer sind nicht nur übersichtlicher, sondern erleichtern auch das Putzen!
  • Das Beste aber: es fühlt sich einfach nur gut an … und befreiend

Und wenn Du Dich jetzt fragst, wo sind die Sachen alle hin?

Da gibt es jede Menge Anlaufstellen: Ein ganzer Karton Bücher, CDs und DVDs ist per Post an momox gegangen. Da kommt zwar nicht viel bei rum, aber ich bin die Sachen auf einen Schlag los geworden.

Kleidung verkaufe, verschenke oder spende ich. Dekoartikel lassen sich toll als Geschenkanhänger nutzen und zwei bis drei Kisten Geschirr & Co. warten auf den nächsten Flohmarkt. Sollte ich dazu dann doch keine Zeit oder Lust zu haben, gehen sie ans Sozialkaufhaus. Nur zurück ins Haus kommen sie nicht mehr, denn sind die Sachen erst einmal zum Abtransport verpackt, räume ich sie garantiert nicht mehr zurück.

Was als abgenutzt, irreparabel oder jenseits von Gut und Böse eingestuft wurde, habe ich auf den Wertstoffhof gebracht.

Fertig mit meiner Challenge bin ich aber noch (lange) nicht. Bis zu den fünfzig Prozent Reduktion ist es noch ein Stückchen. Es ist zwar Raum entstanden, aber jetzt verlangt es mich nach mehr. Außerdem strukturiere ich auch gerade die Schrankfächer neu: Praktikabler und übersichtlicher. Vieles kommt jetzt besser zur Geltung oder ist einfach griffbereiter – und wird so auch eher und regelmäßiger genutzt.

Alles in allem bin ich mit dem erreichten Meilenstein sehr zufrieden!

Weise ist der Mensch, der Dingen nicht nachtrauert,
die er nicht besitzt,
sondern sich der Dinge erfreut, die er hat.

Epiktet

Übrigens habe ich in den letzten vier Wochen fünf Bücher gelesen! Es sind nun also ’nur noch‘ fünfundachtzig ungelesene Exemplare übrig 😉 … und die Weichholzkommode ist leer und noch zu haben!

Ein Gedanke zu “Erkenntnisse auf dem Weg zum Minimalismus

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