Balance

Bist Du in Balance? Und ich meine jetzt nicht ausschließlich die vielgepriesene Work-Life-Balance, die der Forderung nach ständiger Verfügbarkeit naturgemäß widerspricht.

Du kannst auch in Deinem Privaten komplett aus der Waagerechten fallen, wenn Du zu viele Verpflichtungen eingehst – aber auch, wenn Du Dich einfach schon zu Vielen oder zu Vielem verpflichtet fühlst.

Wie hältst Du es, mit dem „Für Dich selbst da sein!“ ?

In Ruhe eine Tasse Tee genießen, den Termin bei der Kosmetikerin wahrnehmen, statt ihn kurzfristig doch abzusagen, um noch dies oder jenes zu erledigen. Ein halbes Stündchen im Garten sitzen und den Ausblick genießen, anstatt aufzuspringen und hier und da zu schnibbeln oder zu zupfen?

Deine Balance zu finden ist so einfach: Du weißt selbst am Besten, was Dir gut tut und was Dir schadet. Dein Bauch, ja Dein ganzer Körper zeigen Dir, was Du brauchst. Wenn Du hinfühlst. Wenn Du Dir bewusst machst, was Du wirklich willst.

Vielleicht klappt das bei Dir ja ganz gut, aber Du fragst Dich, wie Du diese Ausgeglichenheit auf Dauer halten kannst? Ich glaube das geht nur durchs Bewusstmachen.

Was hältst Du von folgendem Bild: Jeder zieht und zerrt an Dir und wünscht, fordert oder drängelt. Ganz oft auch Du selbst…

Gefällt Dir dieses Bild? Ich glaube nicht, deshalb Obacht, wenn es auftaucht. Achte ganz bewusst auf die ‚Ziehenden‘. Sie sind es, die Dich aus dem Takt bringen! Und wenn die Waagschale gerade schief hängt, dann atme durch, bewege Dich oder unterbrich diesen Moment mit irgend etwas, dass Dir hilft.

So schaffst Du es in den Zustand zu kommen, in dem die entgegengesetzt wirkenden Kräfte gleich stark sind. In Dir und um Dich herum: Geben und Nehmen, Festhalten und Loslassen, Kommen und Gehen…

„Gönne dich dir selbst!
Ich sage nicht: Tu das immer.
Aber ich sage: Tu es wieder einmal.
Sei wie für alle anderen Menschen auch für dich selbst da.

Bernhard von Clairvaux

Ein ganzes Leben lang

Du ahnst es sicher schon: Nachdem ich ja am Ostersonntag angekündigt hatte, mein Halbierungs-Experiment anzugehen, nehme ich mir nicht nur mehr Lebens-Raum, sondern auch solchen für meine Bücher.

Eintauchen! Für einen ganzen Nachmittag lang – vielleicht auch bis in den Abend. In Sehnsucht entfachende Bildbände oder südfranzösische Kochbücher. Solche, die Dir schon beim Entdecken der Rezeptüberschriften Aromen auf den Gaumen zaubern.

Und da steht noch eine Menge Lesestoff in der Schlange: Sach- und Fachbücher zu Hunde- oder Gartenthemen, natürlichen Pflege- und Reinigungsmitteln sowie Romane, Gedichte, Biographien oder auch mal eine schöne Liebesgeschichte… muss ja auch mal sein.

Unwirklich schön, sehnsuchtsvoll und ganz ohne happy end kommt sie daher, diese Erzählung von Emily Grayson, die trotz aller Widersprüche Dein Leserherz erfreuen wird:

Ein ganzes Leben lang ohne Zweifel zu lieben. Wünschen wir uns das nicht alle?

Claire und Martin leben genau dieses Gefühl und das in den 50er Jahren – gegen jede Konvention. Dafür aus ganzem Herzen.

Und doch sind die Entscheidungen der beiden Liebenden voller Widersprüchlichkeiten in den Entscheidungen, die sie für ihre beiden Leben treffen.

Was Liebe vermag und welche Entscheidung Du vielleicht schon aus reiner Vernunft getroffen hast, lässt Dich nach der letzten Seite vielleicht auch ein kleines bisschen nachdenklich werden.

Der Ausflug in die Staaten und nach Europa lohnt sich dennoch, denn es ist ein Plädoyer für die eine große Liebe im Leben, die auch nicht endet, wenn es zu Ende geht.

„Es ist ebenso absurd zu behaupten,
ein Mann könne nicht ständig dieselbe Frau lieben, wie zu behaupten,
ein Geiger brauche mehrere Geigen, um ein Musikstück zu spielen.

Honoré de Balzac
Genau das Richtige, wenn Du Dir eine gemütliche Auszeit im frühlingsfrisch gestalteten Garten nehmen möchtest – ganz ohne Kitsch und doch zutiefst bewegend.

Hygge… oder: Wie ein Hype entsteht

Meiner Meinung nach mit einem Quäntchen Glück und ganz viel Sehnsucht!

Im vorliegenden Beispiel sind dies die Sehnsucht nach:

  • einem Spieleabend mit guten Freunden, gerne auf einer Berghütte – nicht zwingend eingeschneit, aber unbedingt am Kamin.
  • einem Zuhause, das Dir Geborgenheit schenkt und Dir einen sicheren Rückzugsort bietet, weil die Einrichtung Dein Bedürfnis nach Lebensqualität spiegelt.
  • einem entspannenden Lesenachmittag in Deinem Ohrensessel oder auf der Couch, Deiner mit Kaffee, Tee oder Kakao gefüllten Lieblingstasse – gerne ungeschminkt und im Pyjama, begleitet von einem Stück Kuchen oder Schokolade.

Also genau all jene Zutaten, die es braucht, um Dich lächeln zu sehen. (Du darfst die Liste Deiner Sehnsüchte natürlich gerne beliebig in den Kommentaren ergänzen.)

Und was das Quäntchen Glück angeht, ist es wahrscheinlich doch eher ‚eine gehörige Portion‘ – mit ordentlich Nachschlag. Denn es bedarf des richtigen Zeitpunkts und eines empfangsbereiten Adressaten, genau dieses Gefühl -oft mittels eines Produkts- zu adressieren und damit treffsicher zu platzieren.

Es muss ankommen. Es muss gefallen und, ganz wichtig(!), es muss ganz viele Male und gerne auch grenzübergreifend verteilt werden. Letzteres geht ja heute ganz fix – wenn die hier oben genannten Gegebenheiten alle zusammenfinden.

Mit dem Charme des hyggeligen Lebensgefühls hat es jedenfalls geklappt.
Einzig, es wundert mich nicht. Denn wer genießt nicht gerne? Wer möchte dauerhaft auf ein Glücksgefühl oder Gemütlichkeit verzichten? Wen lassen Worte wie behaglich, wohlig oder kuschlig kalt?

Ganz das Gegenteil ist der Fall: Im Zeitgeist von Effizienz- und Umsatzsteigerung gönnen wir uns doch gerne mal was. Nicht nur am Wochenende oder im Urlaub, auch außerhalb des Budgets. Da kommen Kuscheln und Kredenzen mindestens so gut an wie Rückzug und Rotwein.

Hygge kam genau zur rechten Zeit zu uns, sonst wäre es ja nicht so erfolgreich und präsent. Mit Sicherheit ist es auch eine Zutat für das scheinbar fortwährend andauernde Glücksgefühl der Dänen – dies bescheinigt zumindest der World Happiness Report der UN!

Aber ein Dauer-Abo aufs Glück? Klingt zwar verlockend… aber so einfach ist es dann doch nicht. Da reichen ein paar Kerzen auf dem Fenstersims, ein Fell auf der Holzbank und eine Handvoll guter Freunde allein nicht aus, um aus Deinem Leben ein rundum zufriedenes und sorgenfreies zu machen.

Etwas mehr benötigt es dazu schon noch: Nämlich einen ausgewogenen Mix aus Gesundheit, Vertrauen, Freiheit, Ehrlichkeit sowie einer ausgleichenden Sozialpolitik. Eigenintiative kann sicher auch nicht schaden. Und natürlich ganz viel Meer!

Es ist also ein Rundum-Paket, was das Glückspotential auf einen hohen Posten hievt. Doch können die oben genannten Zutaten da gut unterstützen und sollten es auch. Ein bisschen Hygge tut doch allen gut.

Auch wenn keine Modeerscheinung, wie der Hype früher einmal hieß, ewig dauert.

Ungewöhnliches, Spektakuläres und Aufsehen erregendes werden Dir auch künftig neue Trends bescheren. Ob Du die Begeisterung für sie ungeprüft teilst oder auch ganz bewusst Abstand nimmst und Dich damit evtl. zum Außenseiter degradierst, bleibt Dir überlassen. Denn nicht alles, was plötzlich überall auftaucht, muss auch zu Dir passen… und vielleicht hast Du Dein Glück ja auch schon längst gefunden?

„Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
wäre auch nicht zufrieden, wenn er hätte, was er nicht hat.

Berthold Auerbach

Für mich jedenfalls ist Hygge einfach das dänische Wort für Lebensqualität – und das wird durch Vielerlei (durch uns selbst) bestimmt! Denn ob ich eine kuschelige Wolldecke oder einen gläsernen Couchtisch mit Chromfüßen für mein Wohlgefühl brauche, ist letzten Endes doch Geschmackssache.

Aber fest steht für mich auch: Dies ist endlich mal ein Hype, der auch mir gut gefällt – und der gerne etwas länger bleiben darf.

Innere Einkehr

„Aus der Stille werden die wahrhaft großen Dinge geboren.

Thomas Carlyle

Innere Einkehr, oft ein Synonym für Glauben, Gebet und Religion. Früher zumindest. Heute verlangt es immer mehr Menschen nach Ruhe, nach Rückzug vom Lärm ‚da draußen‘.

Wächst Dein Bedürfnis nach Stille auch mit den zunehmenden akustischen Ablenkungen sowie der Flut an Angeboten, Mails und optischer Eindrücke?

Denn mittlerweile kannst Du Dich den ganzen Tag von außen berieseln lassen, ohne selbst aktiv werden zu müssen, bis Du wie ferngesteuert nur noch re-agierst. Und auch wenn Du all die Reize bewusst gar nicht mehr wahrnimmst, Dein Unterbewusstsein nimmt sie alle mit, sammelt sie, arbeitet mit ihnen.

Dabei solltest Du selbst die Verwendung Deiner Sinne, Deiner Zeit, Deiner Gedanken und Aktionen bestimmen: Die Suche nach Deinen Wünschen und das Finden Deiner wahren Bedürfnisse erfordern das Bewusstseins dessen, was Dir wirklich wichtig ist.

Du begegnest Deinem Selbst am Besten, wenn Du -im wahrsten Sinne des Wortes- abschaltest: Dein Radio, Handy, Internet. Bestell die Tageszeitung ab. Mach Urlaub vom Informationsboom und geh früh Morgens spazieren. Buche ein Wochenende auf einer entlegenen Hütte, geh fischen oder eine Woche ins Kloster.

Es ist ganz egal, für welche Form der Auszeit Du Dich entscheidest, solange Du Deine innere Stimme zu Wort kommen lässt. Sie fördert Dein Wohlbefinden. Auch und erst recht, wenn sie Dir Unangenehmes zu sagen hat. Denn nur so wirst Du Dich auch mit den verdrängten Themen auseinandersetzen und letztendlich zur Erkenntnis gelangen, dass Dich dies ungemein befreit!

Denn das, was Dich zu Dir selbst führt, wird Dich mehr bereichern als alle noch so verlockenden Werbeversprechen.

Na, hast Du schon eine Idee, welcher Weg für Dich der passende ist? Oder bauchst Du jetzt sofort und ganz schnell etwas Ruhe? Na dann, Augen zu und Ohrstöpsel rein.

 

Doppelt so glücklich…

… mit halb so viel Zeugs – ein Experiment.

Zuerst einmal wünsche ich Euch allen ein frohes Osterfest!

Ist Euch auch aufgefallen, dass die Geschenke zu Ostern immer größer werden? Haben wir uns damals über ein paar versteckte Schokoeier im Gras gefreut, muss es heute mindestens ein PC-Spiel oder ähnliches sein. Immer mehr und mehr. Konsum-Wahn? Oder die Suche nach etwas ganz anderem?

Um Konsum sollte es jedoch als letztes gehen, oder? Machst Du Dir noch bewusst, warum wir dieses Fest feiern? Nein, auch ich gehe nicht in die Kirche, aber es ist ein Fest der Freude und als letztes geht es ums (Ver)Brauchen.

Die Häschen auf dem Bild brauchen nicht viel. Einen sicheren Unterschlupf und einander. Natürlich ihre Beute zum Überleben und den schnellen Haken, um ihren Feinden zu entkommen.

Uns geht es ja genauso: Familie, Freunde, Haus und Auto. Lebensmittel natürlich auch. Aber der ganze Rest? All das, was wir anhäufen, sammeln, hinstellen oder -hängen.

Ich mag auch schöne Deko in Form von frischen Blumen, schönen Postkarten oder Bildern, Kerzenleuchtern und … genau – irgendwie nimmt’s kein Ende.

Ist Dir mal aufgefallen, dass Du immer die gleichen Klamotten trägst, während die andere Hälfte (und wahrscheinlich mehr als diese) den Kleiderschrank nur nett ausstaffiert? Dein „gutes“ Geschirr im Schrank bleibt, während Du immer nur das ‚Alltagsservice‘ nutzt? Wahrscheinlich könntest Du gar nicht alles aufzählen, was Du besitzt, stimmt’s?

Die Kisten im Keller mit den Sachen, die vielleicht mal irgendwann irgendwer gebrauchen kann. Die Kruschtelschublade in der Küche, wo alles reinwandert, was beim Saubermachen stört. Die vielen ungelesenen Bücher und Zeitschriften. Was fällt Dir noch ein?

Den Statistiken zufolge häufen wir ca. 10.000 Gegenstände an. Wenn dem wirklich so ist – und ich möchte gar nicht nachzählen – graust mich diese Zahl. Meine vollen Schränke übrigens auch. Obwohl ich regelmäßig ausmiste.

Ja, in der Tat, ich habe auch viele Schuhe (so ein Frauending 😉 ), aber Business-Look und Hundegassi bedürfen auch einer gewissen Auswahl, besonders bei solchem – und jetzt passt es endlich wieder – April-Wetter!

Und doch habe ich gerade 4 Paar Schuhe ausgemustert. Weil ich sie nicht trage. Weil sie Staub ansetzen und Putzen jetzt nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Kleiderkreisel ist da eine tolle Adresse, um mit Deiner Kleidung, Schmuck & sonstigen Accessoires, wie z.B. Handtaschen, jemand anderen glücklich zu machen.

Weil ich meinen Kram reduzieren möchte. Und zwar…um die Hälfte. Die Schuhe waren ein kleiner Anfang. Von der Hälfte bin ich weit entfernt, aber der erste Schritt ist getan.

Bücher kaufe ich auch nicht mehr… zumindest so lange, bis ich die geschätzten 90! (in Worten NEUNZIG), die derzeit meine beiden Regalbretter belagern, gelesen habe.

Von meiner schönen Weichholzvitrine werde ich mich auch verabschieden. Weil drei Küchenschränke mit Geschirr einfach mehr als genug sind.

„Ob`s mit der Reduzierung um die Hälfte klappt?“ seh‘ ich Dich schon zweifelnd fragen. Ich bin zuversichtlich. Denn allein, dass das Putzen dann künftig viel entspannter geht, wenn nicht überall was rumsteht, spornt mich an.

Also, ich lass dann mal los… und werde berichten, wie es sich anfühlt, mit dem Glücklichsein.

„Man soll weder annehmen, noch besitzen,
was man nicht wirklich zum Leben braucht.

Mahatma Gandhi