Unvorhergesehen

Unvorhergesehen ist dieser Beitrag, denn eigentlich wollt ich etwas ganz anderes schreiben. Über ein Ereignis, das durchaus möglich ist, aber nicht bedacht war. Vorhersehbar eben, aber doch nicht präsent.

Aber beim Schreiben des Titels ist mir dann aufgefallen, welch ein besonderes Wort das doch ist. Und darüber hinaus, wie viele schöne Worte oder wohlklingende Sätze unsere Sprache bietet und wie traurig es ist, dass viele davon fast in Vergessenheit geraten.

Fürderhin, welches zum Beispiel einen Zeitraum beschreibt oder „Schau, wie es sich an Dir ausnimmt“ für „Guck mal, wie es Dir steht.“

Ist schon ein Unterschied, oder? Ja, ich gebe es zu, ich bin gerne altmodisch – in manchen Dingen! Und das Pflegen von Traditionen finde ich nicht verstaubt, sondern beruhigend. Wenn sie nicht starr gehalten oder radikal gelebt werden. Dann nämlich kehrt sich das Wohltuende in Terror um und der ist ganz und gar nicht gewünscht!

Aber zurück zur Sprache. Wie viel „gender“ brauchen wir, liebe Leserin, lieber Leser? Oder doch lieber: liebe LeserInnen?

Leider weiß ich nicht mehr auf welchem Sender, aber diese Woche hörte ich einen Bericht zu diesem -für mich- absurden Thema: Es soll doch nun ein für alle Mal keine Geschlechterzuweisung mehr stattfinden!

DIE Lösung wäre nämlich einzig und allein die Substantivierung, mit der letztendlich aber wirklich auch dem/der/des Letzten Gerechtigkeit in der Ansprache widerfahren werde. Meinte dort jemand.

Ihr Lesenden 😉 da draußen, kann man unsere Sprache nicht einfach lassen wie sie ist? Wir sind (manchmal graut mir davor, dass romantische Poeten und intelligente Autoren aussterben werden) das Land der Dichter (über die Denker sprechen wir ein anders Mal) und das war und ist für mich als Bücherfan immer ein Schatz, eine Bereicherung, ein Geschenk gewesen.

Hat man nicht unlängst versucht, unsere Kindheit als roh und sittenwidrig zu denunzieren, indem alle Märchen, nicht nur die der Gebrüder Grimm, als brutal und nicht jugendfrei verachtet wurden? Hat es uns geschadet? Ich finde nicht, denn unser Leben findet weder im Bälleparadies noch in Watte gepackt statt.

Apropos, unser Bäcker hat Sonntags bis 11 Uhr auf, da lauf ich jetzt schnell hin und hole mir… na, was wohl? Genau! Ein ‚Mohrnkoppbreetsche‘ – ganz in hessisch und so wie früher!

 

2 Gedanken zu “Unvorhergesehen

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