Wendepunkt

Ist das Frühjahr der Zeitpunkt, an dem sich alles wandelt oder eher der Winter, der dafür sorgt, dass Vieles vergeht?

Das Eine bedingt in jedem Fall das Andere. Wo nichts wegfällt oder stirbt kann nichts neues gedeihen.

Und doch hältst Du vielleicht an Menschen, Dingen oder Gewohnheiten fest, die Dich bremsen, die Dich aufhalten, die dafür sorgen, dass gar nicht erst Neues entstehen kann. Weil der Platz dafür fehlt oder Deine Energie, Deine Aufmerksamkeit.

Denn was in der Natur die Jahreszeitenwechsel unaufhörlich einläuten, musst Du in Deinem Leben schon selbst anstoßen: das Werden und Vergehen.

All die Veränderungen, die Du Dir wünschst beginnen auch mit Dir. Deinen Wünschen und Visionen. Aber auch Deinem Hinsehen. Was kannst Du beitragen? Was musst Du ändern? Was hast Du vielleicht schon verursacht und möchtest doch einen anderen Weg einschlagen? Angenehmes wie Belastendes kannst Du sowohl ausbauen als auch reduzieren. Doch nur, wenn Du dafür offen und bereit bist.

Genau das ist das Wunderbare an dieser Situation. Du bist nicht auf der Autobahn und musst bis zur nächsten Abfahrt warten. Du kannst auch jetzt entscheiden, einen neuen Kurs aufzunehmen.

Höre in Dich hinein, spüre, wo Unstimmigkeiten bestehen und gib Deinen Empfindungen nach Deinen Absichten genug Raum.

Nicht im Außen, sondern in Deinem Innern beginnt der Wandel.

„Die unbequemste Art der Fortbewegung
ist das
In-sich-gehen.

Karl Rahner

Denkanstoß für´s neue Jahr

Achtung! Heute schicke ich Dir eine kleine Anleitung, die Dich herausfordern soll!

Es ist eine wunderbare Aufforderung das Leben jetzt zu feiern!

Sei mutig, lass es Dir gut gehen und höre auf Dein Bauch, Dein Herz – und zwar an jedem einzelnen Tag.

Denn wenn Du wartest, wirst Du irgendwann all das nicht mehr nachholen können. Wozu also die kostbare Zeit vertun?

Lebe jetzt!

“Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte, im nächsten Leben,
würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben, würde mehr riskieren.
Ich würde mehr reisen, mehr Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.

Ich würde an mehr Orte gehen, wo ich vorher noch nie war.
Ich würde mehr Eis essen und weniger dicke Bohnen.
Ich würde mehr echte Probleme als eingebildete haben.

Ich war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten.
Freilich hatte ich auch Momente der Freude, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.

Falls du es noch nicht weißt, aus diesen besteht nämlich das Leben, nur aus Augenblicken.
Vergiß nicht das Jetzt!

Ich war einer derjenigen, die nirgendwo hingingen
ohne ein Thermometer, eine Wärmeflasche, einen Regenschirm und Fallschirm.
Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich leichter reisen.

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Ich würde mehr Karussel fahren, mir mehr Sonnenaufgänge ansehen und mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.

Aber sehen Sie… ich bin 85 Jahre alt und weiß, daß ich bald sterben werde.”

Jorge Luís Borges

Wovon möchtest Du ab sofort mehr?

 

Da isses!

Es ist grau, da draußen. Der Wind pfeift um die Häuserecken und lädt nicht gerade zu einem Neujahrsspaziergang ein.

Dennoch: Das Feuerwerk ist lange verklungen, die Vorsätze wurde gefasst (oder auch nicht…) und es macht sich diese ganz besondere Stimmung breit, die Du fühlen, aber nicht erklären kannst.

Eine leere Seite liegt da vor Dir, wie es oft so schön heißt. Wie frisch gefallener Schnee, der alles in eine gespannte Stille taucht, gleichzeitig aber zum Betreten und Herumtoben lockt. Wie wirst Du sie und die folgenden füllen?

Versprechen liegen in der Luft. Erwartungen. Hoffnungen, die sich erfüllen mögen, Verlockungen, die Dich einladen. Und natürlich die vielen Träume, die Du dieses Jahr -endlich!- angehen willst.

Dabei ist doch gar nicht viel passiert: Du hast um Mitternacht einen Sektkorken knallen lassen, Deinen Liebsten ein gesundes & fröhliches neues Jahr gewünscht, heute morgen ausgeschlafen und dann den neuen Kalender aufgehängt.

Vielleicht hast Du wirklich sehnsüchtig darauf gewartet, dass 2017 endlich Geschichte ist. Dann hast Du es jetzt geschafft.

Doch braucht es dazu wirklich einen Jahreswechsel? Wie sehr machst Du Dich von einer Zahl auf Papier abhängig? Du hast jeden einzelnen Tag die Möglichkeit, Deine Chancen zu nutzen, mit dem Studium anzufangen, dem Rauchen aufzuhören oder dem, was auch immer bereits Begonnenen weiterzumachen.

Verabrede Dich mit der Lebensfreude, tu‘ Dir selbst einen Gefallen, blicke neugierig nach vorne und lass Dich willkommen heißen.

„Das neue Jahr sieht mich freundlich an,
und ich lasse das alte
mit seinem Sonnenschein und Wolken
ruhig hinter mir
.

Johann Wolfgang von Goethe