Vor der eigenen Tür

Ich glaube im Badischen heißt es Kehrwoche. Bei uns fragt man auf hessisch: „Schonn die Gass‘ gekehrt?“ Ja, auch hier gibt’s das: Nachbarn, die pünktlich jeden Samstagmorgen die Straße fegen.

Allerdings nur die gegenüber. Bei uns auf der Seite wird nämlich geparkt. Da geht’s mit dem Saubermachen in der Regel nur unter der Woche, wenn alle unterwegs sind. Wie herrlich unkompliziert.

Ich bin da sowieso pragmatisch: Wenn frei ist und ich Zeit und Lust habe. Punkt. Wen das bei mir stört, dem drücke ich, je nach Bedarf, gerne Schipp & Besen oder Schrubber & Lappen in die Hand. 🙂

Wie hältst Du es mit der Sauberkeit? Dem Trottoir, der Schmutzwäsche, dem Geschirr und Deinem Kopf? Jagst Du jeder Wollmaus hinterher oder gibst Du ihr Namen? Beseitigst Du die Flecken an Fenstern und Türen sobald sie entstanden sind oder hast Du Dein individuelles Putzprogramm?

Aber selbst wenn Du wöchentlich den Staubwedel schwingst und die Böden wienerst: Wie oft erlaubst Du Dir auch inwendig das Großreinemachen? Den Frühjahrsputz im Inneren, dort, wo man nicht hinsehen kann. Gedanken lüften, zum Beispiel.

Ist es Dir wichtiger mit Dir selbst „im Reinen“ zu sein oder lenkst Du Deine Aufmerksamkeit eher auf die sichtbaren Flusen? Womöglich noch auf das „Was könnten die Nachbarn denken, sagen etc.?“

Es ist toll, wenn frisch gesaugt, abgestaubt und gewischt ist, aber all der Glanz in der Hütte überträgt sich nicht auf Dein Wohlbefinden. Nur äußerlich.

Vielleicht fängst Du ja beim nächsten Mal mit dem inneren Saubermachen an? Das klappt sehr gut in der Natur, beim Sport oder ganz in der Stille.

Lass einfach alles raus, was da nicht (mehr) hingehört und nimm Dir ein Beispiel an der Lotusblume, die all das an sich abperlen lässt, was nicht förderlich für sie ist. Dann geht die nächste Reinigung auch viel entspannter von der Hand!

Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist,
für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.

Kurt Tucholsky

2 Gedanken zu “Vor der eigenen Tür

  1. Ich habe oft gedacht, ich mache meinem Beruf alle Ehre. Apothekerinnen müssen es ganz genau nehmen im Beruf. Daher störte mich in der eigenen Wohnung auch jedes Staubkorn, jede Wollmaus. Seit ich körperlich gar nicht mehr dazu in der Lage bin, groß Staub zu wischen oder zu putzen, lerne ich es, auch mal einfach drüber hinweg zu sehen. Ich bin immer noch sehr ordentlich aber ich kann nun tatsächlich auch mal fünfe gerade sein lassen! 😊

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