Die Welt ist so, wie Du sie siehst

Du sollst das Leben tanzen!

Dir morgens, gleich nach dem Aufstehen, im Bad ein Lächeln schenken.

Auf Deine Stärken vertrauen, stolz auf Dich sein. Fehler machen und Dir dafür verzeihen.

Du selbst sein, Dein Herz öffnen und lieben!

Es liegt ganz an Dir, ob Du Dich auf das Schöne um Dich herum konzentrierst und auch die kleinen Geschenke des Lebens wahrnimmst: die winzigen Sonnenstrahlen, die sich durch den wolkigen Himmel mogeln, jemand, der Dich beim Spazierengehen freundlich grüßt oder einfach die kleine Teepause, die Du Dir zwischendurch gönnst.

Es gibt so vieles, dass Dir geschenkt wird und Dir richtig guttut, wenn Du achtsam und mit Offenheit durch Deinen Tag gehst.

Stehst Du morgens allerdings schon missmutig auf, kann es passieren, dass Du Dich unbewusst auf vermeintlich Negatives konzentrierst und Dir alles grau in grau erscheint – obwohl draußen die Sonne scheint und die Blumen am Wegesrand in bunten Farben leuchten.

Über den Tellerrand zu schauen fällt Dir schwer. Deshalb ist es gerade dann wichtig, besonders nachsichtig mit Dir selbst zu sein, denn auch abseits bekannter Pfade findet das Leben statt. Vielleicht musst Du einfach nur die Richtung ändern? Einen anderen Weg einschlagen? Dich von Deinem Bauch leiten lassen?

Frage Dich, für was Du dankbar sein kannst, und welche Möglichkeiten sich Dir bieten. Eine Antwort findest Du leicht, wenn Du nicht nur Deine Augen, sondern auch Dein Herz öffnest.

Glaub an Dich, sei mutig und greife nach den Sternen. Manchmal ist es auch hilfreich, etwas Unvernünftiges zu tun. Einfach, weil es Freude schenkt und Dir ein gutes Gefühl bereitet. Allein das ist es wert!

Vertraue, geh Deinen ganz eigenen Weg und sieh, was die Welt Dir zurückgibt.

Bedenke, was Du bist: Vor allem ein Mensch, das bedeutet, ein Wesen, das keine wesentlichere Aufgabe hat als seinen freien Willen.

Epiktet

 

Bilanz

Mit strammen Schritten naht das Jahresende. Der 1. Advent steht vor der Tür und unweigerlich kommt man, in Gesprächen oder rein für sich, auf die Frage: Wie war dieses Jahr für mich?

Was habe ich erreicht? Was verloren? Was ist gut, was weniger gut gelaufen? War es ein gutes Jahr?

Mir fallen Menschen, Situationen und Erlebnisse ein, die ich gerne noch einmal so erfahren würde und an die ich sehr gerne zurückdenke. Andere, auf die ich mehr als entspannt hätte verzichten können.

Was macht ein gutes Jahr zu einem solchen? Woran misst Du das?

Kann ich das Soll und Haben, analog einer Firmenbilanz, einfach gegeneinander aufrechnen und schauen, ob und was an Plus bleibt?

Mir fällt es schwer, dies mit meinem Leben(sjahr) zu tun. Ich möchte es auch nicht, denn:

Manchmal gewinnt man, manchmal lernt man.

Viel wichtiger finde ich, mir regelmäßig während aller zwölf Monate die Frage zu stellen, ob ich mit dem Leben, das ich jeden Tag erLEBE, zufrieden bin, ob mein Weg der Richtige ist. Ob die Menschen, die mich umgeben, zu mir passen, mich meine Tätigkeiten mit Freude erfüllen und sich mein Dasein gut für mich anfühlt.

Das ist es doch, was zählt.

Nicht die Anzahl der Häkchen, die ich noch schnell im Dezember für ‘Erledigtes’ setzen kann. Aber genau das nehme ich um mich herum wahr: Menschen in Jahresendzeitpanik. Sie wollen all das mal eben tun und nachzuholen, was vermeintlich in den vergangenen Monaten versäumt wurde.

Aber funktioniert das in nur vier Wochen? Ist es nicht widersinnig, alles Aufgeschobene en bloc nachzuholen, anstatt sich tagtäglich Gutes zu tun, für sich zu sorgen, seine Ziele zu verfolgen und sein Leben zu genießen? Ja, auch die Situationen oder Dinge zu ändern, die sich nicht so stimmig anfühlen und deshalb einer Änderung bedürfen.

Weder für das Eine noch das Andere sollte man bis zum Dezember warten…

Lass doch mal…

…einfach jeden so sein, wie er ist. Mit all seinen Ansichten, Interessen, Meinungen & Macken. Also auch mit all dem, was Dir vielleicht nicht so gut gefällt, was Du nicht so sehr magst.

Kein Werten, kein Bewerten. Kein Urteilen und erst recht kein Be- oder Verurteilen. Probier es doch mal aus – nur vierundzwanzig Stunden lang. Heute wäre ein guter Tag dafür, es ist Welttag der Toleranz.

Du bist doch tolerant! Da ist das sicher ganz einfach. Wirklich? Oder hört das Tolerantsein auf, sobald es z.B. um religiöse oder politische Ansichten geht, die Unterstützung der Flüchtlinge oder den Obdachlosen an der Straßenecke?

All die (un)bewussten Urteile, die wir am Tag über so abgeben, sei es in Gedanken oder ganz offen. Achte doch einmal darauf, wie oft wir -ganz automatisch- werten: “Hat die vielleicht schräge Klamotten an.” Oder “Ist der aber mal laut.”

Bewertungen, die wir aus unseren eigenen Ansichten heraus kreieren, weil wir in unseren Gedankenmustern festhängen und unser eigenes Weltbild aufgebaut haben. Schwer zu knacken, diese Gewohnheiten…

Viel schlimmer sind aber die Verurteilungen, die aus Angst und Unsicherheit entstehen. Ein Nährboden für Intoleranz. Wie sie entstehen? Wenn der Mut fehlt, nachzufragen, das Interesse, sich einzubringen und die Offenheit, Fremde(s) kennenzulernen und Neues zu erleben.

„Was würdest Du denn machen, wenn Dein Sohn plötzlich seinen schwulen Freund mit nach Hause bringt?“

„Ich weiß nicht. Kaffee vielleicht?“

Ob im Freundeskreis, der Familie oder unter Kollegen: Toleranz heißt Geltenlassen. Die Steigerung, und damit das anzustrebende Ziel, ist Akzeptanz. Ich finde, die beiden gehören untrennbar zusammen!

Kleinkinder haben mit Intoleranz nichts am Hut:

 „Sind bei Euch im Kindergarten auch Ausländer?“

„Nein, da sind nur Kinder!“

So sollte es sein. Allen gegenüber.

Nicht zu vergessen: die Toleranz uns selbst gegenüber: Dass wir eben nicht fehlerfrei sind und das Ein oder Andere mal gewaltig schief gehen kann, auch wenn wir das so nicht wollten. Auch das sollten wir tolerieren & akzeptieren.

Dabei sollte sie immer echt sein, die Toleranz. Uns und anderen gegenüber. Und am liebsten nicht nur heute…

 

 

 

 

Grenzenlos glücklich?

Ich meine Nein.

Alles muss heute offen und jederzeit zugänglich sein: Bankkonto, Tankstelle, Supermarkt. Jede und jeder von uns soll die (un)abhängig machende Mobilität leben und genießen: Natürlich 24/7.
Rund-um-die-Uhr-Erreich- und Verfügbarkeit in Vollendung.

Ohne Ausnahme. Ohne Beschränkung. Ohne Privatleben. Ohne Zeit für’s Ich.

Handy abschalten? Nicht sofort auf whatsApp reagieren? Den Anruf oder die Mail erst morgen beantworten? Undenkbar!! Die Erwartungshaltung an uns (und ja, auch unsere an Andere) steigt überproportional mit der Vielfalt unserer digitalen Möglichkeiten.

Wie sich dem entziehen, wo es doch ALLE so machen? Wo ist die Grenze erreicht? Gar überschritten? Allerspätestens dann, wenn meine persönlichen Bedürfnisse auf der Strecke bleiben, meine Gefühle nur noch negativ sind, weil ich handle, um es Anderen recht zu machen und als Konsequenz daraus meine Gesundheit leidet.

Ich muss selbst gesunde Grenzen setzen und gegen jedes Harmoniebedürfnis „nein“ sagen, wenn ich nein meine, ablehnen, was nicht meinem Willen entspricht oder einen Schlußstrich zu ziehen, wenn Grenzen überschritten werden. Persönlich wie online.

Und, entgegen aller weit verbreiteter Erziehungsregeln, Mädchen müssen nicht immer nett sein, sie müssen Selbstbehauptung leben. Jungs übrigens auch!

Selbstbehauptung bedeutet, sich um sich zu kümmern und die eigenen Bedürfnisse erst wahr und dann auch ernst zu nehmen. Das muss nicht laut und heftig sein, oft reicht schon ein dezenter Hinweis. Es gibt ja auch Pferde, die man nur mit ein paar Litzen eingezäunt auf einer Wiese halten kann, ohne dass sie ihre 600 kg starke Power nutzen, um auszubüchsen.

Bei notorischen „Grenzgängern“, also solchen, die ständig unangemessene Forderungen stellen oder sich Dir gegenüber unangebracht verhalten, solltest Du ruhig sehr deutlich werden. Manchmal braucht´s halt Klartext… und letzten Endes sagt ein solches Verhalten mehr über denjenigen als über Dich aus 😉

Selbstbehauptung heißt, sich selbst mit seinen eigenen Interessen gegenüber seinen Mitmenschen zu vertreten. Jetzt. In dieser Situation, in diesem Kontext. Es bedingt kein „für immer und ewig“ und wenn es mir gut geht und ich zufrieden bin, kann ich die Grenzen möglicherweise auch wieder öffnen.

Der Charakter ist wie ein Reisepass:
Er zeigt sich an Grenzen

Entscheide Dich jetzt

Unentschlossenheit kostet Energie.

Berge oder Meer? Eigenheim oder Miete? Angestellt oder selbständig? Sekt oder Selters?

Natürlich gibt es Entscheidungen, die wir treffen, ohne lange zu überlegen. Weil die angebotene Alternative für uns gar keine darstellt: Als Vegetarier wähle ich den Salat und nicht das Steak.

Ob ich Samstags auf den Wochenmarkt fahre oder in den Supermarkt gehe, entscheide ich nach Lust und Laune, also aus einem Gefühl heraus.

Reiseziel und Urlaubsdauer bestimmen sich aus den vorhandenen Gegebenheiten: Wieviel Urlaubstage habe ich noch und was erlaubt mein Budget?

Was jedoch weitreichende Folgen nach sich zieht, etwa die Frage nach dem Wohnort, der Arbeitsstelle oder gar der Anschaffung eines Haustieres, sollte gut bedacht sein. Denn diese Entscheidungen treffe ich nicht aus einer Laune heraus, sondern wohlüberlegt, ziehen sie doch gravierende Veränderungen und Verantwortung nach sich.

Und ich stelle mir folgende Fragen: Welche Möglichkeiten und Angebote habe ich? Welche Vor- und Nachteile entstehen mir? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Will ich das auf Dauer?

Durch das Abwägen der gesammelten Kriterien und Konsequenzen komme ich meiner Entscheidung schrittweise näher. Ich habe geprüft und bewertet, meine Chancen beleuchtet und die Tragweite ermessen. Ja, sogar einen Entwurf für die Umsetzung meines Ziels entworfen: Was kann ich wie und in welchem Zeitrahmen umsetzen?

Das Ergebnis ist klar. Der günstigste Zeitpunkt für die Entscheidung ist jetzt.

Aber…

Was passiert, wenn… ? Jede Menge Bedenken schaffen sich Raum. Obwohl die Vorteile eindeutig überwiegen.

Die Ungewissheit ist fleißig und ruft Besorgnis hervor. Sie schürt den Argwohn vor dem, was die anstehende Entscheidung nach sich ziehen wird. Wir geraten in einen Zwiespalt und sind uns unserer einst so klaren Entscheidungsvorlage nun gar nicht mehr sicher.

Die Unentschlossenheit lässt uns zaudern und raubt uns die Kraft, das zu tun, was wir so gerne tun würden. Unsere Power verpufft im Zweifel anstatt für die Realisierung unseres Ziels.

Aber was ist denn nun wirklich das für mich Richtige?

„An irgendeinem Punkt muss man den Sprung ins Ungewisse wagen. Erstens, weil selbst die richtige Entscheidung falsch ist, wenn sie zu spät erfolgt. Zweitens, weil es in den meisten Fällen so etwas wie Gewissheit gar nicht gibt.“

Lee Iacocca

Schau Dir Deine gesammelten Argumente noch einmal in Ruhe an. Wie fühlt es sich an? Bist Du aufrichtig ‘dabei’ und begeistert Dich die Aussicht auf das Ergebnis? Nimmst Du auch die Nachteile in Kauf, weil das Komplettpaket Dein Ja hervorruft?

Dann entscheide Dich mit aller Klarheit. Freue Dich auf die Umsetzung und geh es an!

Wie sieht Dein erster Meilenstein aus?

Ich kümmer mich. Um mich.

Das nennt man dann gesunden Egoismus. Oder liebevoller ausgedrückt, Selbstfürsorge.

Wenn ich nicht erst an alle anderen denke, sondern einmal ganz achtsam in mich hineinhorche und mir folgende Fragen stelle:

  • Fühle ich mich gut, so wie ich lebe? Bin ich zufrieden?
  • Was will ich eigentlich so alles machen/erleben/fühlen?
  • Was will ich nicht (mehr)?
  • Nehme ich mir ausreichend Zeit für meine Bedürfnisse, zu denen auch Pausen gehören?
  • Sind die Menschen um mich herum solche, die mir guttun?
  • Kümmere ich mich um meine Träume? Verfolge ich meine Herzensziele?
  • Genieße ich den Moment?
  • Lasse ich meine Inspiration, meine Kreativität fließen?
  • Sorge ich mich -in jedem Lebensbereich- umfassend um mich??

Gerne kannst Du die Aufzählung für Dich beliebig erweitern…

Die Fragen habe ich schnell zusammen, wobei ich davon ausgehe, dass sich da in den kommenden Tagen und Wochen noch einige anschließen werden.

Mehr Muße verlangen da schon die Antworten. Zumindest, wenn ich sie nicht nur mit Ja oder Nein beantworte, sondern wirklich hinhöre, was da gelebt werden will. Und zwar möglichst, bevor mein Körper die Reißleine zieht und mir zeigt, dass es SO wie bislang nicht weitergehen kann.

Denn da ist immer auch die Umwelt, die wünscht, verlangt und fordert. Sie macht einen Höllenlärm und schafft es mühelos, meine innere Stimme zu übertönen.

Zumindest die, die es gut mit mir meint. Statt dessen denke ich mir “Na toll, das konnte ja nix werden, war ja klar…” (beliebigen Vorwurf an Dich selbst hier bitte austauschen 😉 ) und lasse mich vom laut schreienden Miesmacher “motivieren” anstatt mein Selbstmitgefühl zuzulassen, was übrigens nichts mit Selbstmitleid zu tun hat.

Spätestens jetzt ist Selbstschutz gefragt: Ohrenschützer auf und ab in die Stille oder zumindest einen Platz, an dem ich mich wohlfühle und ungestört bin. Ganz bewusst eine kleine Auszeit nutzen. Auch zehn Minuten täglich sind ein Anfang. Damit ich den liebevollen, unterstützenden, leiseren Tönen in mir, die mir sagen was ich brauche, auch dauerhaft auf die Spur kommen kann.

Auf welchem Wege und in welchem Zeitraum ich das dann umsetzen kann und möchte ist erst der nächste Schritt. Auf jeden Fall in kleinen Dosen, so wie es mir guttut! Denn erst dann kann ich mich um Andere kümmern.

Sei wie eine Brunnenschale, die zuerst das Wasser in sich sammelt und dann überfließend es weitergibt.

Bernhard von Clairvaux (gründete übrigens 1136 die Abtei Eberbach)

Manchmal bin ich eine Fee…

Alles läuft rund. Wie von alleine. Selbst wenn es drunter und drüber geht, bleibe ich gelassen. Habe für Jeden ein offenes Ohr und die Arbeit macht sich (fast) wie von selbst. Ganz egal, was ich anpacke, es gelingt. Es fließt.

Ich habe sowohl die Energie, als auch Zeit und Muße all meine Wünsche, Ziele und Träume zu verfolgen und Stück für Stück zu verwirklichen. Hürden, die auftauchen, nehme ich mit einem entspannten Sprung und die kleinen Wünsche des Tages realisieren sich wie von selbst. Ich habe das Gefühl, dass ich alles schaffen kann, was ich anpacke.

Alles ist gut. Nein, mehr als das, wunderbar stimmig.

Und wer wünscht sich das nicht, daß es in jedem Lebensbereich klappt: erfüllende Beziehung, verlässliche Freunde, gesunder Körper und ein ausfüllender Beruf.

Kann ich zaubern?

Eher nicht. Es ist einfach die Art und Weise, wie ich in den Tag, die Woche starte und mit Zuversicht, Gelassenheit und Klarheit die Dinge angehe, die sich vor mir auftun.

Ich komme am Morgen ins Bad und strahle mein Spiegelbild an und weiß: Ich kann alles schaffen. Ein gutes Gefühl!

Dann gibt´s aber auch die anderen Tage… Da bin ich auch eine Fee, allerdings eine KatastroFee 😉

Der Wecker reißt mich unsanft aus meinem unruhigen Schlaf und klingelt, für mein Gefühl, mindestens drei Stunden zu früh. Ich schleiche ins Badezimmer und fühle mich matt und unlustig. Das im Spiegel bin nicht ich.

Der Kaffee ist fast leer, draußen regnets in Strömen und die gleich anstehende Gassirunde kann ich nicht verschieben, weil ich schon früh Termine habe.

Genervt, ungeduldig und unzufrieden mit mir selbst starte ich in den Tag. Alle um mich herum sind auch komisch – meine ich. Warum kann ich nicht einmal erklären, verstehe es ja selbst nicht.

Aber genau an diesen Tagen sollte ich, sollten wir, besonders liebevoll mit uns und unseren Mitmenschen umgehen. Weil irgendwas in uns unstimmig ist und anklopft.

Besinnung wäre angesagt: Zeit für genußvolle Pausen, liebevolle Gespräche und eine besondere Aufmerksamkeit uns selbst gegenüber.

Damit auch dieser Tag vielleicht nicht perfekt, aber zumindest mit einigen persönlichen Glücksmomenten gefüllt sein wird.

… sprach die Fee

Was die Natur uns gibt

Mit Hund ist man ja zwangsläufig draußen unterwegs. Mehrmals täglich. Bei JEDEM Wetter. Heißt auch: bei allen Temperaturen und Niederschlägen. Ob bei strahlendem Sonnenschein, an nebligen Herbsttagen oder sintflutartigen Regenfällen (wenn sie uns denn unterwegs überraschen).

Tauüberzogene Wiesen sind für mich eine Augenweide, die kaum wahrnehmbaren Schritte im frisch gefallenen Schnee lösen kindliche Freude aus und ein Sonnenaufgang, wie ein -untergang mit seinen rot, orange, lila und violettfarbenen Tönen rauben mir manchmal schon den Atem.

Oder wenn sich nach einem Schauer die Sonne zaghaft wieder herauswagt und alles in dieses unecht rosafarbene Licht rückt, das aussieht, als wäre es einem Märchenfilm entsprungen.

Dazu gesellen sich, je nach Jahreszeit, die Düfte von reifem Obst, frisch gemähtem Gras oder gefälltem Holz.Auch die Ohren bekommen etwas ab: Den Gesang der Vögel, die Schreie der Fasane, das Wiehern, das Muhen, das Määää-hen – all das kann man genießen, wenn man draußen unterwegs ist. Und erst die Gaumenfreuden! Äpfel, Birnen, Nüsse, Kirschen, Pflaumen, Mirabellen und und und.

Keinen unserer Sinne lässt die Natur unbedacht.

Wenn wir hinsehen, hinhören, unsere Nasen benutzen und alle Sinne auf Empfang stellen. Ist das nicht jeden Tag ein wunderbares Geschenk?

Diverse Untersuchungen bestätigen auch, dass wir draußen am besten abschalten, Kraft tanken, Energie sammeln können. Wenn wir dazu bereit sind.

Und was machen wir?

Laufen mit Ohrstöpseln durch den Wald, telefonieren oder appen während der Gassirunde oder haben ob unserer Probleme und Problemchen kein Auge für die Schönheit, die uns da so großzügig umgibt.

Achtsamkeit Fehlanzeige!

Täten wir nicht gut daran, der Natur etwas zurück zu geben? Respekt zum Beispiel!

Schau, höre und rieche einfach mal ganz aufmerksam hin, wenn Du das nächste Mal durch Wald & Flur streifst. Vielleicht ja auch ab sofort täglich?

2016-11-07-baumfrau

Inspirierende Farbenpracht

Am liebsten würde ich ja die ganzen Herbstfarben einfangen. Konservieren und mit nach Hause nehmen. Das satte Rot, das leuchtende Orange, die vielen Gelbschattierungen und alles, was sich dazwischen noch an Grün- und Brauntönen zeigt.

Ein Flammenmeer tausend verschiedener Nuancen das uns zu dieser Jahreszeit anlacht und mich immer wieder restlos begeistert.

Beim Spazierengehen sammle ich ein, was der Herbst großzügig verteilt: Walnüsse, Beeren, Hagebutten.

Letztere halten sich, wenn man sie draußen aufbewahrt, bis in das Frühjahr hinein und geben eine wunderbare Dekoration ab. Insbesondere wenn der erste Schnee fällt und sie sich leuchtend über das alles bedeckende Weiß hinwegsetzen.

Und es braucht gar nicht viel – außer einer ordentlichen Gartenschere und ein wenig Draht – um wunderbare Kränze oder Girlanden herzustellen. Nun ja, etwas Resistenz gegen die Dornen ist schon hilfreich. Den Zustand meiner Finger nach der heutigen Bastelstunde lasse ich jetzt mal außen vor. Autsch.

Dennoch habe ich mein Ziel erreicht: Drei wunderbare Hagebuttengebilde sind entstanden, die dem bevorstehenden Grau im Garten etwas Einhalt gebieten und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Sie sind nicht perfekt, aber sie machen mich glücklich! Ja, ich kann mich sehr gut auch über kleine Dinge freuen und das finde ich wunderbar!

Der Herbst ist der Frühling des Winters.

Henri de Toulouse-Lautrec, 1864-1901

Ob ich jedoch den Herbst dem Frühling vorziehe, das mag ich nun nicht vorbehaltlos bejahen.

Denn in beiden Jahreszeiten kann man, mit dem was die Natur einem, neben dem überbordenden Farbenrausch, bietet, aus dem vollen Schöpfen. Egal ob für`s Auge, die Seele oder den Magen. Kreativität und Genuß  kommen auf jeden Fall nicht zu kurz.

Und Einfangen werde ich ein paar der Farben dann doch noch – und wenn es mit der Kamera ist.

Schietwetter?

Heute war mal wieder so ein Tag:

Der Regen klopft unentwegt ans Fenster und taucht den Samstag in ein undefinierbares Licht: Grau, usselig, ungemütlich. Draußen jedenfalls…

In Gedenken an Karl Valentin habe ich es aufgegeben, mich über’s Wetter aufzuregen – jedenfalls nicht länger als fünf Minuten:

„Ich freue mich, wenn es regnet.
Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“

Und welch bessere Ausrede gibt es, um gemütlich mit einem Glas Tee auf der Couch zu lümmeln und zu schmökern? Ich jedenfalls muss dafür nicht gezwungenermaßen auf den für nächste Woche angekündigten Schnee warten 😉

Okay, einen Vorwand für einen Lesetag brauche ich nicht wirklich, aber es ist halt schon reizvoller sich ein lauschiges Plätzchen zum Entspannen zu suchen als mit Friesennerz & Co. Wald und Wiesen zu stürmen. Die frühe Morgenrunde haben wir immerhin trockenen Fusses geschafft.

Bis in den Nachmittag hinein wechseln sich jedoch mehr oder weniger heftige Schauer mit echten Regengüssen ab. Das große Outdoor-Programm wird daher schnell verworfen; ebenso die große Haushaltsrunde.

Müssen die Fenster halt doch warten, bis die Weihnachtsdeko ansteht. Und die Böden putzen macht mit Hund & Freigänger-Katzen bei der derzeitigen Schlammschlacht da draußen eh keinen Sinn. Stattdessen: Kurzprogramm. In der Küche und auch mit Staubsauger und Waschmaschine. Danach: Ganz entspannt und ohne schlechtes Gewissen Füße hoch.

Der Tag ist zwar anders verlaufen als erwartet, dafür aber mit vielen kleinen Glücksmomenten und Erkenntnissen, zudem das Schietwetter nicht unwesentlich beigetragen hat. Und sich freuen geht doch irgendwie immer, oder?