So schön altmodisch

Ich finde es total schön, Briefe und Postkarten zu schreiben. Mit einem schönen Füllfederhalter und Tinte – und von Hand!

Musik, die mindestens dreißig Jahre auf dem Buckel hat, finde ich wesentlich cooler als die meisten Popsongs aus den Charts, die nach dem fünften Abspielen nerven.

Und gute Manieren gefallen mir besonders: Grüßen, sich bedanken, eine Tür aufgehalten bekommen oder jemandem die Einkaufstasche die Treppe hochtragen!

Ja, ich bin in vielen Dingen sehr konservativ (erzogen worden).

Ne Menge Leute nennen das altmodisch und wenn sie das so sagen, klingt das oft abwertend. Ich empfinde das heutzutage eher als Kompliment!

Was ist schlimm daran, old fashioned zu sein? Man muss ja deswegen nicht zwingend auch ein Spießer oder gar rückständig sein, oder?

Früher hat man sich für vieles einfach mehr Muße zugestanden und Zeit gelassen. Für`s Kennenlernen, zum Beispiel  😉

Aber auch im Alltag ist man, selbst bei harter Arbeit, trotz allem gelassener vorgegangen:

 Eins nachem annern, wie de Bauer die Klöß’ isst!

So sagt man bei uns in Hessen und das ist wohl die schönste Art, altmodisch zu leben:

Im Büro eben nicht während der Telefonkonferenz die Mails beantworten und parallel noch pantomimisch dem Kollegen etwas erklären.

Da geht die Achtsamkeit baden und man macht nichts wirklich bewusst. Die Fehleranfälligkeit steigt und unsere Energie verpufft. Wir sind eben keine Maschinen, die auf den Mehrprozessbetrieb “programmiert” sind.

Im Gegenteil, wenn wir ein Buch lesen, den Fernseher laufen lassen und nebenbei noch den Einkaufszettel schreiben kostet das nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Unser Hirn springt wie ein Flummi hin und her und unterm Strich brauchen wir für alles viel länger.

Auch unsere Aufmerksamkeit sinkt. Entweder wir bekommen die Handlung auf dem Bildschirm nicht wirklich mit, können uns an den zuletzt gelesenen Absatz nicht erinnern oder vergessen das Toilettenpapier auf unserem Einkaufszettel.

Versuch es daher mal mit dem Monotasking: Weg vom alles-auf-einmal und hin zum nacheinander: Erst die Post beantworten, dann die Freundin anrufen und anschließend mit dem Schmöker auf den Liegestuhl. Es darf auch gerne ein altmodisches -vielleicht sogar romantisches- Werk sein…

Probier es doch mal aus.

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