Nimm mal… an

Mit dem Annehmen ist es ja so eine Sache: Geschenke, die von Herzen kommen, gute Wünsche und liebe Grüße nehmen wir freudestrahlend und gerne entgegen.

Ich freue mich über all diese Aufmerksamkeiten! Bin dankbar, wenn mich jemand liebevoll bedacht hat.

Dagegen finde ich jetzt Stress im Job oder einen Streit mit dem Partner nicht so prickelnd. Genauso wenig wie schlechte Erlebnisse aus der Vergangenheit, die sich immer mal wieder in mein Gedächtnis drängeln und die ich viel lieber daraus verbannen würde.

Zeitweise gelingt das auch. Aber eben nicht auf Dauer.

Denn das, was ich da so erfolgreich zu verdrängen versuche, brodelt innerlich weiter. Ob ich will oder nicht. Und natürlich will ich nicht.

Aber gerade das macht es den negative Gedanken auch so bequem: sie richten es sich in meinem Hirn gemütlich ein und denken nicht mal ansatzweise an Auszug. Bei jeder Gelegenheit drängeln sie wieder hervor und erinnern mich lautstark daran, dass sie nicht im Traum daran denken, ihren Mietvertrag zu kündigen.

Was das mit mir macht? Es zieht mich runter, macht miese Laune und ein gewaltiges Unbehagen. Ich will das nicht!

Wirklich helfen kann mir dann nur eines: Eigenbedarf anmelden! Und zwar deutlich formuliert und mit Fristsetzung 😉

Nur wenn ich mich bewusst mit jenen Themen auseinandersetze, die mir meine Gelassenheit und Ruhe rauben, werde ich sie irgendwann auch entlassen können.

Nur wenn ich das annehme, was sowieso schon da ist und nicht mehr weggeredet oder vermeintlich aus den Gedanken gestrichen werden kann, ist irgendwann in der Lage zu gehen – und zwar endgültig.

Von heut auf morgen geht das vielleicht nicht und sich dem Unangenehmen zu stellen, was die ganze Zeit erfolgreich verdrängt wurde, ist sicher auch kein Bonbon, aber es ist sowohl die Betrachtung als auch die Auseinandersetzung wert.

Dann nämlich, wenn ich erkenne, dass es in jedem noch so schlechten Kapitel -wenn auch oft erst lange im Nachhinein!- auch etwas Positives zu entdecken gibt.

Dafür muss ich mir die Inhalte ganz mutig hervorkramen, sie in Ruhe von allen Seiten bertrachten und dann wirklich annehmen, also ihnen erlauben zu sein. Erst einmal nicht mehr und nicht weniger.

Es muss nicht bedeuten, dass ich sie willkommen heiße. Aber sie bewusst wahrzunehmen nimmt ihnen die Möglichkeit ihres bislang so sorgfältig gepflegten Überraschungseffekts aus dem Hinterhalt. Ich muss erst annehmen, um dann auch loslassen zu können.

Und dann kann ich sie auch verabschieden. Sie ziehen lassen und mir erfolgreich die Freiheit zurückerobern, die das Nichtannehmen mir genommen hatte.

Ein gutes Gefühl!

“Ändere deine Ansichten und du hörst auf, dich zu beklagen.

Marc Aurel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s