Ein Tag am Meer

Wenn alles durcheinander gerät ist es oft schwer gelassen zu beiben. Durchatmen und sich zu sagen, “Es ist, wie es ist” reicht dann vielleicht einfach nicht mehr… All das, an das man geglaubt hat, die Pläne, die man gemacht hat, dahin. Ohne Wenn und Aber.

Das Leben steht Kopf und wir mittendrin. Jetzt müsste man Zen-Meister sein oder Mönch oder gefühllos. Sind wir aber nicht, zumindest die Meisten von uns nicht. Denn unsere Gefühle sind immer auch Reaktionen, auf das, was um uns herum, was mit uns passiert. Und die lassen uns in den seltensten Fällen kalt.

Das Gedankenkarussell nimmt Fahrt auf und wir müssen aufpassen, dass wir den Ausstieg schaffen und nicht weiter mitgerissen werden. In kleinen Dingen reicht vielleicht eine Kaffeepause und ein kleiner Schwatz mit einem Menschen, dem wir vertrauen. Oft erdet uns ein Spaziergang in der Natur, aber ab und an muss es einfach Meer sein!!

Eine spontane Auszeit! Weg von all dem, was alltäglich und absehbar ist, obwohl es das vielleicht gerade nicht mehr ist. Die Leichtigkeit wiederfinden, damit man weitermachen kann, weitermachen möchte. Für mich hat das nichts mit Weglaufen zu tun, sondern mit der Möglichkeit, bewusst Abstand zu nehmen. Den Standpunkt zu wechseln und die Situation mit einer gesunden Distanz zu betrachten.

Ein Strand, mag er auch noch so klein sein, Sandkörner zwischen den Zehen und das sich immer wiederholende Kommen und Gehen der Wellen sind für mich die besten Ruhepole. Beruhigende Gleichmäßigkeit. Die Gewissheit, dass es -trotz allem- Dinge gibt, die sich nicht verändern, auf die Verlass ist. Die Beständigkeit bieten in einer Welt, die vom stetigen Wandel so oft die Richtung ändert, dass einem manchmal übel werden kann.

Das Sich-Sorgen wird in Pause geschickt und für einen langen Tag gebieten wir unserem Alltag Einhalt. Vielleicht auch mehrere Tage. Je nachdem. Eine Atempause vom üblichen “Müssen” und “Sollen”, dass wir jetzt nicht auch noch erfüllen wollen, vielleicht gar nicht erfüllen können.

Statt dessen: Sich an den kleinen Dingen freuen und das Denken bewusst auf die vielen Schönheiten im eigenen Leben richten. Ja, auch Lächeln! Auch wenn wir immer wieder gedanklich zum Grund unserer Auszeit zurückkehren. Stopp! Es wird sich nichts ändern. Nicht durch Grübeln, nicht durch Hoffen. Lediglich unsere Einstellung dazu können wir beeinflussen.

Und die müssen wir bewusst ändern. Ich sage nicht, dass es leicht ist, aber es ist möglich. In kleinen Schritten.

Aber wir verleben unsere schönen Tage, ohne sie zu bemerken: erst wenn die schlimmen kommen, wünschen wir jene zurück.

Arthur Schopenhauer

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