Glücklicher Nachruf?

In unserer Kultur ist das Thema Tod eines, das weitestgehend ausgeklammert wird. Beklommenheit macht sich breit, sobald jemand in der Runde das Thema anschneidet. Mit unserem Lebensende wollen wir uns nicht befassen, mit dem unserer Liebsten schon garnicht.

Dabei rangiert der Tatort am Sonntagabend auf Platz 1 der Einschaltquoten. Tod mit Ansage. Sterben ja, aber bitte immer mit wohlwollendem Abstand.

Doch dieser Teil unseres Lebens ist unausweichlich. Denn das der Sensenmann uns eines Tages holt ist unvermeidbar, zum Glück wissen wir nicht, wann und wie.

Aber wenn es denn einmal soweit ist: Wirst Du bereuen, wirst Du das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben? Oder lebst Du das Leben, dass Du wirklich leben willst?

Was könnte auf Deinem Grabstein stehen? “Er war stets zuverlässig und ordentlich.” oder eher “Sie hat das Leben genossen.”

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Nimm mal… an

Mit dem Annehmen ist es ja so eine Sache: Geschenke, die von Herzen kommen, gute Wünsche und liebe Grüße nehmen wir freudestrahlend und gerne entgegen.

Ich freue mich über all diese Aufmerksamkeiten! Bin dankbar, wenn mich jemand liebevoll bedacht hat.

Dagegen finde ich jetzt Stress im Job oder einen Streit mit dem Partner nicht so prickelnd. Genauso wenig wie schlechte Erlebnisse aus der Vergangenheit, die sich immer mal wieder in mein Gedächtnis drängeln und die ich viel lieber daraus verbannen würde.

Zeitweise gelingt das auch. Aber eben nicht auf Dauer.

Denn das, was ich da so erfolgreich zu verdrängen versuche, brodelt innerlich weiter. Ob ich will oder nicht. Und natürlich will ich nicht.

Aber gerade das macht es den negative Gedanken auch so bequem: sie richten es sich in meinem Hirn gemütlich ein und denken nicht mal ansatzweise an Auszug. Bei jeder Gelegenheit drängeln sie wieder hervor und erinnern mich lautstark daran, dass sie nicht im Traum daran denken, ihren Mietvertrag zu kündigen.

Was das mit mir macht? Es zieht mich runter, macht miese Laune und ein gewaltiges Unbehagen. Ich will das nicht!

Wirklich helfen kann mir dann nur eines: Eigenbedarf anmelden! Und zwar deutlich formuliert und mit Fristsetzung 😉

Nur wenn ich mich bewusst mit jenen Themen auseinandersetze, die mir meine Gelassenheit und Ruhe rauben, werde ich sie irgendwann auch entlassen können.

Nur wenn ich das annehme, was sowieso schon da ist und nicht mehr weggeredet oder vermeintlich aus den Gedanken gestrichen werden kann, ist irgendwann in der Lage zu gehen – und zwar endgültig.

Von heut auf morgen geht das vielleicht nicht und sich dem Unangenehmen zu stellen, was die ganze Zeit erfolgreich verdrängt wurde, ist sicher auch kein Bonbon, aber es ist sowohl die Betrachtung als auch die Auseinandersetzung wert.

Dann nämlich, wenn ich erkenne, dass es in jedem noch so schlechten Kapitel -wenn auch oft erst lange im Nachhinein!- auch etwas Positives zu entdecken gibt.

Dafür muss ich mir die Inhalte ganz mutig hervorkramen, sie in Ruhe von allen Seiten bertrachten und dann wirklich annehmen, also ihnen erlauben zu sein. Erst einmal nicht mehr und nicht weniger.

Es muss nicht bedeuten, dass ich sie willkommen heiße. Aber sie bewusst wahrzunehmen nimmt ihnen die Möglichkeit ihres bislang so sorgfältig gepflegten Überraschungseffekts aus dem Hinterhalt. Ich muss erst annehmen, um dann auch loslassen zu können.

Und dann kann ich sie auch verabschieden. Sie ziehen lassen und mir erfolgreich die Freiheit zurückerobern, die das Nichtannehmen mir genommen hatte.

Ein gutes Gefühl!

“Ändere deine Ansichten und du hörst auf, dich zu beklagen.

Marc Aurel

Von allen Sinnen

“Der Wind spielte mit ihrem Haar und ließ ihre Locken tanzen. Ihre Füße gruben sich bei jedem Schritt in den warmen, weichen Sand und obwohl sie Mühe hatte vorwärts zu kommen, konnte sie der verlockenden, einladenden Weite des Strandes nicht widerstehen. Die Luft, die nach Salz roch und schmeckte ließ sie an ihre Sommerferien bei den Großeltern zurückdenken. Welch wohliges Gefühl…”

Ein glücklicher Moment, wenn auch nur ein Ausschnitt aus einem Leben, das wir nicht kennen. In ein Buch einzutauchen, dessen Protagonisten und Handlung zu verfolgen und ganz im Lesen aufzugehen besitzt etwas von Magie.

Kein Strand weit und breit, von draußen klopft vielleicht der Regen an die Fensterscheiben und die Heizung haben wir auch schon angestellt. Aber eine fesselnde Geschichte vermag es, dass wir einzelne Situationen oder auch ganze Handlungsstränge mit allen Sinnen wahrnehmen.

Was hast Du gerade beim Lesen des Textes gespürt, erlebt, gesehen? War die Frau blond oder brünett? Der Strand leer? In helles Sonnenlicht getaucht? Kribbelten die Zehen oder konntest Du eine Meeresbrise erhaschen? Hast Du Dich gut gefühlt, dort am Strand?

Wir sollten viel öfter von allen Sinnen Gebrauch machen und uns wegtragen lassen. Aus dem Alltag oder weg von einem Tiefpunkt, denn Gerüche, Geschmäcker, Klänge oder Melodien schaffen es immer wieder uns ein klein wenig Glück auf’s Gesicht und in die Seele zu zaubern.

Es muss nicht immer das große Ganze sein. Unvollkommen reicht auch. 5 Minuten träumen, kurz und knackig, einfach mal so: Weil uns danach ist, weil wir Lust auf eine kleine Pause haben oder Abstand vom Einerlei brauchen.

„In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks.“

Heinrich Heine

Einfach mal die Sinne bemüht. Lesen schafft so etwas. Oder der Klang des Lieblingssongs oder die Farben auf dem Papier. Aber auch das Erinnern daran, wie lecker der letzte Eintopf geschmeckt hat. Wahn-sinnig gut!

So kleine Sinnesreisen machen uns glücklich – auch ohne Perfektionismus.img_0201

 

Zuversicht

Zuversicht ist etwas sehr Schönes. So wie Gelassenheit. Du kannst Menschen oder Situationen auf Dich zukommen lassen und neugierig entdecken, was passiert. Ohne Zweifel, ohne Bedenken, ohne Argwohn.

Wunderbar.

Wie ein Kind, das ein Geschenk auspackt und dabei ganz im Moment aufgeht oder versonnen spielt und sich dabei nicht darum schert, ob die Hose schmutzig wird und es später dafür geschimpft wird. Es ist einfach dieses unerschütterliche Vertrauen, dass alles gut wird. Nur gut werden kann.

Ja, als Kinder haben wir das gelebt. Aber mit den Jahren lernen wir dazu, machen auch die Erfahrung, dass eben nicht alles immer gut wird und gehen deshalb oft schon früh in Hab-acht-Stellung. Wir haben das Vertrauen ins Gelingen verloren, weil wir zu Beginn schon befürchten, dass etwas schiefgehen könnte. Die Zuversicht ist einem Mistrauen gewischen, das uns erst einmal alle Bedenken beleuchten lässt. Spaßbremsenalarm!

Das Leben hat uns eingeholt. Mit dem was wir Sollen und Müssen. Oder zumindest meinen. Wir stecken unsere Erwartungen an uns selbst zu hoch oder sind damit beschäftigt, die Anforderungen unserer Umwelt zu erfüllen. Für mehr Ansehen, mehr Geld, mehr Statussymbole. Mehr… ja, was eigentlich?

Schade.

Denn diese Äußerlichkeiten geben uns nichts von Alledem, was wir brauchen: Bestätigung in unser Sein und Tun allein dadurch, dass wir sind, wie wir sind und uns unsere Mitmenschen einfach genau so sein lassen. Ohne wenn und aber.

Allein der unerschütterliche Glaube an und in uns und unsere Arbeit und Interessen lässt uns mutig Neues ausprobieren und gibt uns das gute Gefühl, richtig zu sein mit dem, was wir da so anstellen. Auch auf die Gefahr hin, das wir scheitern. Denn auch das wird passieren.

Dann nicht vorwurfsvoll zu reagieren, sondern zuversichtlich weiterzumachen ist jede Mühe wert. Wie sonst könnten wir eigene Grenzen überwinden und gelassen den nächsten Schritt gehen?

“Wer Vertrauen hat, wandelt seine Sorgen in Zuversicht.“

Angelika Schäfer

Mit Zuversicht sind wir auch im dicksten Regenguss gewiss, dass die Sonne wieder scheinen wird und der soeben erfolgte Sprung ins Fettnäpfchen nicht das Ende der Welt ist. Zuversicht lässt uns das Grau wieder farbig erscheinen – und sei es erst einmal auch nur in zarten Schattierungen…

Alles muss raus

“Durch das Weinen fließt die Traurigkeit aus der Seele heraus.

Thomas von Aquin

Am liebsten weinen wir, weil wir uns von Herzen freuen. Oder so sehr lachen, das uns die Freudentränen laufen, ohne dass wir Einfluß darauf nehmen können – oder wollen.

Ja, wenn es uns so richtig gut geht, wir vielleicht zutiefst gerührt sind, lassen wir unseren Tränen gerne freien Lauf.

Weniger beim Zwiebeln schneiden oder wenn uns etwas ins Auge geflogen ist. Und erst recht nicht, wenn wir traurig, wütend oder verletzt sind. Körperlich wie emotional.

Denn dann zeigt sich, zur bereits vorhandenen Betroffenheit, die wir vielleicht noch ganz gut ‘im Griff’ haben, ganz offen unsere Gefühlswelt: Wir sind angreifbar, schutzlos, verwundbar.

Jeder kann sehen, dass etwas mit uns nicht stimmt, dass es uns nicht gut geht. Dabei tragen wir unser Pokerface ja sonst auch den ganzen Tag über, um ja einen guten Eindruck zu machen und vorzugeben, dass alles in Ordnung sei. Tränen vergießen ist nicht hip. Macht man ja auch nicht, ein Indianer kennt keinen Schmerz. Tatsächlich?

Wann hast Du das letzte Mal geweint? Mit Schluchzen, Ach und Weh? Warst Du alleine oder mit einem Menschen, dem Du unabdingbar vertraust? Wie ging es Dir danach?

Warst Du nicht erleichtert und, wenn auch nur ein klitzekleines bischen, befreiter von Deinem Schmerz?

Die Ursache hat sich durch das Weinen nicht verändert, schon gar nicht gebessert, aber Du hast Dich danach sicher etwas wohler gefühlt, stimmt`s?

Wenn Dir also danach ist, halte Deine Tränen nicht zurück, denn all das muss, ja soll sogar raus: die Ohnmacht, die Verletzung, die Trauer.

Na, geht es Dir jetzt wieder ein klein wenig besser?

Bremsen los!

All zu oft hängen wir im Alltag fest und sehnen uns nach Abwechslung, Begeisterung und mehr prallem Leben. Einfach mal raus aus dem Trott.

Für mich wunderbare Beispiele, wie wir mehr Enthusiasmus und Energie in unser Dasein einladen können, sind zwei Figuren aus meiner Kindheit: Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga. Geht´s Dir genauso?

Dann geh einfach mal auf Empfang und spüre was Dich spontan anspricht. Das ist gar nicht so schwer und erst recht nicht unmöglich:

Sei Lebendig und ungehemmt

Mach das, wozu Du Lust hast, ob es Anderen passt oder nicht. Lebensfreude erleben wir dann, wenn wir uns an dem freuen, was wir leben. Sing im Auto, trage endlich mal den verrückten Hut oder schenke jemand Fremden eine Blume.

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Verzeihung!

Heute ist ein guter Tag, um zu vergeben. Denn alles, was wir grummelig mit uns herumschleppen und uns selbst oder anderen nachtragen, nimmt uns Leichtigkeit und Lebensfreude.

Fällt es Dir leicht zu verzeihen?

Dem Kollegen, der Deine Arbeit für seine eigene ausgegeben hat? Deinem Partner, der Deinen Geburtstag vergessen hat? Dir selbst, weil Du den Keller doch wieder nicht aufgeräumt hast?

Kannst Du Ungerechtigkeiten oder Fehltritte anderer oder Dir selbst vergeben? Auch in kleinen Dingen? Probier es heute einfach mal aus.

Halte nicht an Vorwürfen fest, denn dann bist Du nicht frei. Du machst Dich nur abhängig von negativen Gefühlen, die Dich beherrschen, runterziehen, blockieren.

Natürlich machen Verletzungen traurig. Vielleicht auch ohnmächtig, weil wir mit so etwas einfach nicht gerechnet haben. Wir sind wütend, frustriert, zerrissen. Das geht nicht einfach so weg, aber Widerstand macht den Vorfall weder ungeschehen noch fühlen wir uns besser. Es ist, wie es ist und es bedarf einige Zeit, den Schmerz zu verarbeiten, aber dann müssen wir loslassen. Was nicht heißt, dass wir das Verhalten gutheißen, aber wir halten nicht länger an Vorwürfen fest.

Denn je ausgiebiger wir uns ablehnend gegenüber dem Verursacher (auch uns selbst) verhalten, desto schlechter geht es uns.

Wenn Dir die Opferrolle also so gar nicht gefällt, dann vergebe Dir für vermeintliche Fehler und Deinen Mitmenschen für das, was sie Dir -vielleicht sogar unwillentlich- angetan haben. Ich wette, danach geht es Dir um einiges besser!

“Öffne zum Geben Deine Hand,
zum Nachgeben Dein Herz
und zum Vergeben Deinen Verstand.

Wem möchtest Du heute vergeben, damit es Dir leichter ums Herz wird?

There is no fun in perfect!

Ich musste gestern laut lachen, als ich in einem Laden die Postkarte mit dem obigen Spruch gesehen habe.

Stimmt! Dem Perfekten fehlt es an Leichtigkeit, an Lebensfreude. Spaß und Freude Machen gelassen. Aber Gelassenheit und Perfektionismus passen nunmal nicht zusammen.

Der Wunsch nach Perfektion löst Stress aus, nimmt uns die Begeisterung an unseren Tun und lässt uns auf ein Ziel hinarbeiten, dass wir nie erreichen werden. Und wer beurteilt, was perfekt ist? Reicht nicht auch ein “Ich mache es, so gut ich kann.”?

Kennst Du das? Besuch hat sich angekündigt. Also muss ich im Haus noch klar Schiff machen, einen Kuchen backen und die Fenster hätten auch mal wieder eine Frischekur nötig. Ach ja, einkaufen muss ich auch noch. Und tanken. Und…

Die Uhr läuft und wir hetzen uns ab, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen. Es soll ja alles tiptop sein. Aber auf was genau kommt es denn an, wenn wir meinen, etwas perfekt machen zu wollen? Uns selbst unter Stress zu setzen, weil wir unsere Ansprüche so hoch gehängt haben, dass wir gar nicht mehr drankommen? Das ist anstrengend, raubt uns Energie und entbehrt jeglicher Heiterkeit.

Verbissen einem Ideal nachzueifern, dass zu keiner Messlatte passt ist unsinnig und macht Falten. Die bekommen wir sowieso, warum dann nicht lieber vom Lachen?

Sind es denn nicht gerade die unvollkommenen Augenblicke, die uns belustigen? Die Biskuitrolle ist zusammengefallen! Na und? Ich wette, sie schmeckt trotzdem lecker. Und nachdem uns unsere Putzarie total geschafft hat, müssen wir erst noch unter die Dusche, obwohl wir uns lieber kurz hinlegen und uns vom stressigen Vormittag erholen würden.

Sind wir jetzt entspannt und fröhlich? Wohl eher nicht. Also lieber mal die Fenster ungeputzt lassen und die Zeit stattdessen mit lieben Menschen verbringen. Ja, Du selbst bist auch einer! So,wie Du bist.

Perfektion macht keinen Spaß!

 

Vom Trübsal- in den Wohlfühl-Modus

Neu ist die Idee nicht, aber ungemein wirkungsvoll. Tu Dir öfter was Gutes!!

Gönn Dir was, nicht nur, weil es Dir gerade nicht so gut geht, aber gerade dann!
Du musst nämlich nicht darauf warten, dass es Andere für Dich tun.

Worin gehst Du voll und ganz auf? Was zaubert Dir ein Lächeln ins Gesicht? Was erfüllt Dich mit Freude?

Setz Dich jetzt gleich an Deinen Lieblingsplatz, nimm Stift und Zettel und schreibe alles auf, was Dir Spaß macht.

  • 5 Minuten in den Himmel schauen
  • einen Kuchen backen
  • die Füße in einen Bach stecken
  • ein Schaumbad nehmen
  • laut Singen
  • vor dem Spiegel Grimassen schneiden
  • ein Mittagsschläfchen
  • im Regen spazieren gehen

Ganz egal, was es ist, solange es Dich erfeut und Dir gut tut. Du hast dann immer einen Plan B (Begeisterung erzeugen) in der Tasche.

Falls Du also total entnervt bist, Dich fürchterlich geärgert hast oder alles nicht so läuft, wie es Deiner Meinung nach sollte, mach mal Pause und konzentrier Dich nur auf Dich selbst.

Diese Notizen helfen Dir nämlich auch dann aus Deinem Tief heraus, wenn Dir spontan nichts einfallen will, womit Du Deine Laune aufpeppen könntest. Wenn es uns schlecht geht, fällt uns nämlich meist gar nichts Positives ein. Dein Spickzettel bringt Dich aber wieder auf andere Gedanken.

Nimm daher einen großen Zettel und notiere auch später immer wieder Unternehmungen, die Dir so richtig gut tun. Dann hast Du im Notfall auch eine schöne Auswahl parat. Im Alltag übrigens auch (-:

Wenn Du weinst, sind die Dinge so, wie sie sind.
Wenn Du lachst, sind die Dinge so, wie sie sind.

Daoistisches Sprichwort

 

 

Ein Tag am Meer

Wenn alles durcheinander gerät ist es oft schwer gelassen zu beiben. Durchatmen und sich zu sagen, “Es ist, wie es ist” reicht dann vielleicht einfach nicht mehr… All das, an das man geglaubt hat, die Pläne, die man gemacht hat, dahin. Ohne Wenn und Aber.

Das Leben steht Kopf und wir mittendrin. Jetzt müsste man Zen-Meister sein oder Mönch oder gefühllos. Sind wir aber nicht, zumindest die Meisten von uns nicht. Denn unsere Gefühle sind immer auch Reaktionen, auf das, was um uns herum, was mit uns passiert. Und die lassen uns in den seltensten Fällen kalt.

Das Gedankenkarussell nimmt Fahrt auf und wir müssen aufpassen, dass wir den Ausstieg schaffen und nicht weiter mitgerissen werden. In kleinen Dingen reicht vielleicht eine Kaffeepause und ein kleiner Schwatz mit einem Menschen, dem wir vertrauen. Oft erdet uns ein Spaziergang in der Natur, aber ab und an muss es einfach Meer sein!!

Eine spontane Auszeit! Weg von all dem, was alltäglich und absehbar ist, obwohl es das vielleicht gerade nicht mehr ist. Die Leichtigkeit wiederfinden, damit man weitermachen kann, weitermachen möchte. Für mich hat das nichts mit Weglaufen zu tun, sondern mit der Möglichkeit, bewusst Abstand zu nehmen. Den Standpunkt zu wechseln und die Situation mit einer gesunden Distanz zu betrachten.

Ein Strand, mag er auch noch so klein sein, Sandkörner zwischen den Zehen und das sich immer wiederholende Kommen und Gehen der Wellen sind für mich die besten Ruhepole. Beruhigende Gleichmäßigkeit. Die Gewissheit, dass es -trotz allem- Dinge gibt, die sich nicht verändern, auf die Verlass ist. Die Beständigkeit bieten in einer Welt, die vom stetigen Wandel so oft die Richtung ändert, dass einem manchmal übel werden kann.

Das Sich-Sorgen wird in Pause geschickt und für einen langen Tag gebieten wir unserem Alltag Einhalt. Vielleicht auch mehrere Tage. Je nachdem. Eine Atempause vom üblichen “Müssen” und “Sollen”, dass wir jetzt nicht auch noch erfüllen wollen, vielleicht gar nicht erfüllen können.

Statt dessen: Sich an den kleinen Dingen freuen und das Denken bewusst auf die vielen Schönheiten im eigenen Leben richten. Ja, auch Lächeln! Auch wenn wir immer wieder gedanklich zum Grund unserer Auszeit zurückkehren. Stopp! Es wird sich nichts ändern. Nicht durch Grübeln, nicht durch Hoffen. Lediglich unsere Einstellung dazu können wir beeinflussen.

Und die müssen wir bewusst ändern. Ich sage nicht, dass es leicht ist, aber es ist möglich. In kleinen Schritten.

Aber wir verleben unsere schönen Tage, ohne sie zu bemerken: erst wenn die schlimmen kommen, wünschen wir jene zurück.

Arthur Schopenhauer